"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Wie krank ist die Welt?

Also mir ist das Lachen vergangen. Rundherum kracht´s, die Wahnsinnigen schießen wie Schwammerl aus dem Boden und der Mann auf der Straße weiß nicht mehr was er tun soll. Die Aggressivität ist beängstigend gestiegen und die Brutalität, mit der die Taten begangen werden ist entsetzlich. Dürfen wir nirgends mehr hingehen, müssen wir Angst haben, wenn mehr als drei Leute zusammenstehen? Muss ich damit rechnen erschossen zu werden, nur weil ich versehentlich jemanden angerempelt habe? Ist das Verstellen eines Parkplatzes schon ein Hinrichtungsgrund? Muss man froh sein, dass man den unmenschlichen Massenmörder von Nizza erschossen hat, weil er am Ende sonst wie sein in einer Dreizimmerzelle noch lebende Kollege in Norwegen wegen der unmenschlichen Haftbedingungen den Staat verklagen könnte, und, der Wahn kennt keine Grenzen, auch noch Recht bekommt?!? Ist das das Ergebnis unserer Toleranz, das Ende unseres Rechtstaates, der Abgrund, an dem unsere Zivilisation steht? Wer oder was ist schuld? Wie können wir was ändern? Können wir überhaupt noch das Unvermeidliche abwenden? Könnte es nicht so sein wie in der Kindererziehung, dass das Verschieben von Grenzen unweigerlich zum Nachrücken von Begehrlichkeiten führt? Ziehen junge Menschen deshalb in den Krieg weil es ihnen zu gut geht oder deshalb, weil eine Lizenz zum Töten einfach geil ist? Sie haben noch nie über Folgen ihres Tuns nachdenken müssen und wundern sich dann, dass in der Realität auch zurückgeschossen wird. Hilft es wirklich, wenn man sich eine Knarre zulegt und sich an Gesetze hält? „Warten sie einen Moment, Herr Einbrecher, ich muss nur schnell meine Waffe vom Dachboden und die Munition vom Keller holen, ich bin gleich bei ihnen!“ Alles zusammengesucht muss der tapfere Waffenbesitzer dann noch froh sein, wenn er sich nicht selber ins Knie schießt, weil Schießen gelernt hat er nie wirklich. Ich kriege alle Zustände, wenn ich im Internet die Nachrichten über Nizza und den blutigen Putschversuch in der Türkei lese und unmittelbar daneben Werbung für ein Spiel gemacht wird, das den Nutzer, so wird versprochen, die Realität vergessen lässt. Man könne zwischen dreißig realistischen Schlachtfeldsystemen wählen und sich die effizientesten und tödlichsten Waffen aussuchen, mit denen der Gegner bekämpft und Städte zerstört werden. Ich neige manchmal dazu mein Handy in den Gully zu werfen, weil ich dieses blöde Popup mit dem Schwarzenegger-Kriegsspiel nicht ausschalten kann, das jedes Mal aufspringt, wenn ich eine Runde Solitär spielen möchte.

Heute werde ich mir in der Kirche beim Postludium an der Orgel den Frust locker spielen und nachher am Stammtisch hinunterspülen!

Schönen Sonntag!

ohne hirn marsch

Seit vorgestern bin ich total verunsichert. Ich mag es einfach nicht, dieses führungslose Dahintreiben. Ich fühle mich irgendwie nicht wohl, so ganz ohne Bundespräsident, ganz ohne Moralapostel, ganz ohne obersten Befehlshaber, der beim heurigen Truppenbesuch in der Wattener Lizum offensichtlich seine eigenen Soldaten nicht an ihrer Uniform erkannt hat, denn sonst hätte er sie wohl nicht auf Englisch angesprochen? Learning by doing, vielleicht kommen wir am Ende doch noch drauf, dass wir gar keinen Bundespräsidenten brauchen? Aber damit nicht genug, jetzt redet auch noch dieser Rote Kern mit dem Blauen Strache! Wie kann er denn nur so etwas Verwerfliches tun und wer hat denn eigentlich den Kern gewählt?

Auch wird mir der gewählte Innenminister Sobotka immer unheimlicher. Wie kann er denn nur so herzlos sein und von Beziehern der Mindestsicherung verlangen wollen, dass sie ein paar Stündchen für die Allgemeinheit arbeiten? Wie kann er denn nur verlangen, dass bei 1.500.- Euro der Deckel drauf kommt? So was von unmenschlich aber auch und zu recht heulen da die roten und grünen Gutmenschen auf. Es kann doch nicht sein, dass jemand finanziell schlechter gestellt wird, nur weil er nicht arbeitet. Nein, es ist ganz normal und schwer in Ordnung, dass in Wien ein Hassprediger die 2.800.- Euro an Mindestsicherung gleich 14-mal jährlich erhält. Was mich in diesem Zusammenhang ein wenig wundert, die gleichen Menschen-ganz-lieb-haber haben überhaupt kein Problem damit, dass sich eventuell eine um 1.100.- Euro schinackelnde Supermarktkassiererin verarscht vorkommt und haben auch keine Hemmungen wenn es darum geht, dem hart arbeitenden Buggler die Hälfte seines Verdienstes abzuknöpfen. Hinter welchem Mond muss man leben, wenn man glaubt, dass alle Menschen arbeiten wollten, wenn sie denn könnten und dass eine Verkürzung der Arbeitszeit mehr Arbeitsplätze schafft. Das mag für einen Schraubenhineindreherjob an irgendeinem Fließband gelten, aber hat irgendeiner dieser Schreibtischtäter schon einmal einen Facharbeiter gesucht? Und wenn dann speziell ältere Arbeitssuchende wirklich arbeiten wollen nimmt man sie nicht? Aber man will unseren Zaster und nicht unser Hirn. Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee einer Daseinssteuer gekommen? Eine Abgabe, die jeder zahlen muss, der da ist, und selbstredend, natürlich einer Arbeit nachgeht, damit er überhaupt zahlen kann. Vielleicht bräuchte es in der Bundespolitik auch mehr Facharbeiter und weniger Redhäuser, mehr Handler als Zauderer, mehr Mutige als Memmen, einfach mehr Hirn?

Ein Wirtschaftsasylant bei der Polizeikontrolle: „Können sie sich ausweisen?“ „Wie, muss man das jetzt selber?!?“

Schönen Sonntag!

so ein Kindergarten

Himmel, was ist das für ein Kindergarten. Da schicken sie den Cameron heim obwohl England noch Vollmitglied der Europäischen Union ist. Dass der Juncker eine eigene Auffassung von Demokratie hat ist hinlänglich bekannt, aber außer einer Volksabstimmung ist doch noch gar nichts passiert.

Du magst meine Lieblingspuppe nicht so wie ich, also bin ich jetzt gaaaanz böse auf dich und rede kein Wort mehr mit dir, gar niiiiieee nicht mehr!

Nicht ein Gedanke an einen Plan B verschwendet für den Fall dass England wirklich austritt. Das erinnert mich an meine Schulzeit, denn damals habe ich vor jedem Test schweißgebadet darauf gehofft, dass die Prüfung auch ohne vorheriges Lernen positiv ausgeht. Sie machen es ja bei der völlig aus heiterem Himmel gekommenen Flüchtlingsproblematik genauso. Von Italien rollt ein Tsunami heran und auf uns hauen sie drauf, weil wir am Brenner nicht kontrollieren dürfen? Wo bleibt der österreichische Aufschrei in Brüssel? Gut, wundern brauchen wir uns nicht, denn wen haben wir denn, und bitte nicht zu vergessen, Ausnahmen bestätigen immer die Regel, nach Brüssel geschickt? Weitgehend abgewählte, abgehalfterte, einen Versorgungsposten nötig habende, von politischen Erfolgen hierzulande weitestgehend verschont gebliebene Schmalspurpolitiker und -innen und sonstige Parteifreunderln. Da sitzen sie in Brüssel und zur reinen Geldvernichtung manchmal in Straßburg und bekommen Staubzucker in den Arsch geblasen. Da darf man ihnen gar nicht böse sein, wenn sie den Boden unter den Füßen verlieren und in ihrer abgehobenen Selbstgefälligkeit immer mehr Macht haben wollen. Aber seien wir ehrlich, wirklich gute Leute will auch niemand an der Spitze haben, denn die hätten plötzlich eine eigene Meinung und die könnte man nicht mehr so einfach vor irgendeinen Karren spannen. Wie der Herr so das Gescherr heißt es und dass der Fisch beim Kopf stinken anfängt, daher wundert sich im normalen Leben auch niemand, dass eine Firma den Bach hinunter geht wenn an der Spitze ein bekennender Alki und ein Mann werkeln, der selbst angibt, MIT Alkohol kein Problem zu haben. Verstehen sie mich nicht falsch und ich möchte an dieser Stelle unseren seligen Wallnöver bemühen, der zu einigen jungen rebellierenden Hofrätchen einmal gesagt haben soll: „Solange die Alten mit ihrem Rausch mehr zusammenbringen als ihr nüchtern, solange lasst ihr sie mir in Ruhe!“ Aber das ist genau das Problem, sie bringen eben nichts zusammen, weder nüchtern noch im Rausch.

Auf dass der Präsident des Europäischen Parlaments nicht einmal die Matura hat stoße ich heute beim Stammtisch mit meinen Freunden an. Prost!

Himmel, was ist das für ein Kindergarten!

Schönen Sonntag!

Online Shop

Aktuelle Termine

Alle Termine anzeigen
Aktuell sind keine Termine vorhanden.

Tiroler VersicherungHohenhaus Tenne Mercedes Retterwerk Hall4mengroup GmbHFotowerk Aichner Youtube Channel Facebook Page

© 2013 Verlag Lachgas • Franz Eberharter • Waldbadstr. 534 • 6290 Mayrhofen • Telefon 0664/325 44 49 • office@lachgas.atImpressum

Lachgas buchen

Jetzt buchen!