"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Zivilcourage gesucht

„Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!“

Otto von Bismarck, 1864.

Wenn unser Landeshauptmann Günter Platter im Zusammenhang mit den Übergriffen in Innsbruck eine Verschärfung des Strafgesetzbuches fordert und gleich einen neuen Paragrafen formuliert, der die Begehung von Sexualstraftaten in Gruppen unter besondere Strafe stellt, so ist das sehr löblich aber vermutlich nicht der Weisheit letzter Schluss, denn wir wissen nur zu gut, dass der bereits vorhandene Strafrahmen bei Gerichtsentscheidungen oft in geradezu sträflicher Art und Weise nicht ausgeschöpft wird. Unbenommen aller notwendigen Nachschärfungen und Ergänzungen des Strafgesetzes muss meiner Meinung nach in der Bevölkerung ein Umdenken stattfinden. Weg von der Wegschau- zur Hinschau-Gesellschaft. Natürlich schreibt sich das viel leichter als es ist. Nehmen wir den konkreten Fall in Innsbruck. Sie sind Zeuge wie eine ihnen unbekannte Gruppe von Männern mit möglicherweise fremder Herkunft (na, wie hab ich diese Rassismusuntiefe elegant umschifft?) eine Frau in ihrer Mitte attackiert. Sie nehmen die Kalaschnikov von der Schulter, laden hörbar durch und fordern die Täter mit tiefer Stimme auf, sofort damit aufzuhören? Oder sie ziehen ihre 44- Magnum heraus und zielen der Reihe nach auf die Männer, oder sie holen den entsicherten Pfefferspray aus der Tasche, prüfen woher der Wind weht und hoffen dass er noch nicht so lange abgelaufen ist, dass er überhaupt noch spritzt. Oder sie sind ein vor Saft und Kraft strotzender Karatelehrer im besten Alter und schicken die Vollkoffer der Reihe nach auf die asphaltierte Matte. Davon rate ich allerdings ab, denn das kann langwierige Gerichtsverhandlungen mit oft ziemlich seltsamen Schuldsprüchen nach sich ziehen. Alternativ können sie natürlich auch nur das Opfer beschimpfen, sie hätte sich zu aufreizend angezogen, hätte es geradezu darauf angelegt und im Übrigen sei sie selber schuld, weil sie keinen Taschenalarm mit sich herumtrüge. Allerdings, und jetzt komme ich zum Kern der Sache, können sie auch ohne Rambogehabe und ohne ihr Leben riskieren zu müssen, etwas tun. Sie können hinschauen, sich Täter merken, den Notruf wählen, sie eventuell sogar filmen. Was glauben sie, wie sich diese feigen Angreifer fühlen, wenn um den Ring, den sie um das Opfer gelegt haben sich ein weiterer Ring aus Beobachtern bildet? Sich danach als Zeuge zur Verfügung zu stellen und damit aktiv an der Täterergreifung mitzuwirken, sollte selbstverständlich sein. Zivilcourage zeigen halt, aber wie schon angeführt, das schreibt sich viel leichter als es ist.

das Tagebuch eines Zugereisten

15. Oktober - Endlich sind wir mit Sack und Pack angekommen. Tux gefällt uns sehr. Freuen uns schon, wenn die Berge mal schneebedeckt sind!

15. November - Der Herbst ist herrlich im Tux! Die Wälder leuchten in den tollsten Farben. Heute einen Hirsch gesehen. Ein wunderschönes Tier. Wie kann man nur ein so elegantes Geschöpf erschießen? Bin ganz begeistert von Tux!

15. Dezember - Sitze mit T-Shirt vor dem Haus in der Sonne. Genießen wir die schneefreie Zeit, … hat der Nachbar gesagt.

24. Dezember - Wir hatten uns so auf romantische weiße Weihnachten gefreut. Habe überlegt, ob ich zur Christmette eine Jacke mitnehme. Frohe Weihnachten! Wie hoch liegt Tux eigentlich?

3. Jänner - Hurra, in der Nacht hat es geschneit. Die Landschaft ist mit Watte eingepackt. Wie auf einer Ansichtskarte, einfach kitschig! Habe mit den Kindern eine Schneeballschlacht gemacht und dann die Einfahrt freigeschaufelt. Danach kam der Schneepflug. Habe die Einfahrt noch einmal freigeschaufelt! Ich liebe Tux!

4. Jänner - Seit Mitternacht schneit es ununterbrochen. Wo kommt denn der ganze Schnee her? Habe vom Schneeschaufeln bereits Blasen an beiden Händen.

Ich wette, der Schneepflugfahrer wartet um die Ecke bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Blöder Hund!

6. Jänner - Der Blödmann vom Wetterdienst ist ein Vollpfosten, statt der 25 cm sind 80 cm gefallen. Die ganze Nacht fällt diese weiße Scheiße vom Himmel.

7. Jänner - Jetzt kommt dieses unsägliche weiße Zeug noch immer herunter. Der Schneepflug ist beim Zuschieben der Einfahrt stecken geblieben. Der Fahrer möchte dass ich ihm meine Schaufel leihe. Habe ihm in aller Ruhe erklärt, dass ich beim Versuch die Einfahrt freizukriegen schon 3 Schaufeln zerstört habe. Hätte ihm mit der noch ganzen beinahe einen neuen Scheitel gezogen!

8. Feber - Kann das weiße Zeug nicht mehr sehen! Wenn es so weitergeht werden wir frühestens im Spätsommer schneefrei. Kann denn bei dieser gemeingefährlichen Glätte keiner Salz streuen? Ich kann dieses blöde Tux nicht mehr sehen!

10. März - Überraschung, konnte heute mit dem Auto zum Supermarkt fahren und Vorräte einkaufen. Wenigstens verhungern wir nicht. Auf dem Rückweg springt mir so ein Rindvieh von Hirsch ins Auto. 3.400.- Euro Schaden. Diese blöden Viecher mit ihrem Herumgehüpfe gehören abgeknallt. Ich dachte, das hätten die Jäger im November schon erledigt?!?

25. April - War mit dem Auto in der Werkstätte. Total zusammengerostet sagt der Meister. Das kommt von dieser saublöden Salzerei!

1. Mai - Die Möbelpacker sind endlich gekommen. Es gibt Menschen, die wissen, wann genug mehr als genug ist und es gibt Menschen die freiwillig im Tux leben.

Wir ziehen zurück nach Leipzig!

Schönen Sonntag!

Das verflixt Gute neue Jahr

Alle Jahre wieder wünscht man sich zu Silvester einen Guten Rutsch und für das Neue Jahr vor allen Dingen Gesundheit. Jetzt weiß aber jeder, dass die beste Gesundheit herzlich wenig nützt wenn man keine Kohle hat und umgekehrt die beste Kohle bei fehlender Gesundheit ebenso wenig taugt. Da gefällt mir der Wunsch nach Zufriedenheit schon wesentlich besser, denn zufrieden kann man mit einer Wurstsemmel genau so sein wie mit einem T-Bone-Steak. Das Wissen des kleinen Mannes (und Fraues natürlich), dass die Balance zwischen Gesundheit und Kohle irgendwie passen sollte, ist der hohen Politik leider abhanden gekommen, was möglicherweise daran liegen könnte, dass man sich vor dem in die Politik gehen das Hirn herausstudiert hat, vielleicht nie auch nur einen einzigen Nagel selbst in die Wand geschlagen oder nie selbst für irgend ein faules Ei auch nur ansatzweise verantwortlich war und gerade stehen musste. Anders ist die neue Flut an Regulierungen, Überwachungen und Abgabenerfindungen nicht zu erklären. Ich möchte jetzt nicht wieder mit der unsäglichen und wieder erhöhten ORF-Zwangsgebühr anfangen, aber es gibt mir schon zu denken, wenn noch vor endgültiger Fertigstellung unserer Ferienwohnung bereits der GIS-Schnüffler auf der Matte steht, mir erklärt, dass ich jetzt für die Ferienwohnung 4 Monate pro Jahr zu blechen hätte und dann den Kopf schüttelt als ich ihn frage, ob denn jetzt auch der ORF dafür Sorge trage, dass die Ferienwohnung für ebendiese Zeit wirklich belegt sei. Ein eigenes Kapitel kann man im Tourismus aufschlagen. Nehmen wir einmal die Tomate. Wenn man diese als Heilpflanze kauft bezahlt man 10 % MWSt, als Lebensmittel 13 % und als Zierpflanze 20 %. Jetzt zittert der Chef vom Hotel Edenlehen in Mayrhofen schon seit Tagen, denn er rechnet mit einer mehrjährigen Haftstrafe weil er auf den Zwiebelrostbraten zur Zierde eine Tomate mitserviert, der Gast die aber in seiner Unwissenheit gegessen hat. Ich jedenfalls bestelle mein Würstel beim Stammtisch nur noch im Garten, denn da zahl ich, weil ohne Dach, nur 10 % MWSt, während drinnen 13 % zu blechen sind. Im Übrigen habe ich zum Jahreswechsel meine Pellets-Heizung auf Registrierkassenbelege umgestellt.

Haben sie gewusst, dass unser Brieftaschenpirat Finanzminister Schelling seine Wahrsagerin verklagt hat? Sie hat ihm nämlich mit Einführung der Registrierkassen 900 Millionen versprochen und geworden sinds nicht einmal 300. Doch es gibt auch Positives, denn die dringend benötigten Köche und Kellner im Gastgewerbe gibt’s jetzt beim Maschinenring. Detail am Rande, die am lautesten schreien bilden in der Regel selbst gar keine Lehrlinge aus.

Prost Neujahr!

Schönen Sonntag!

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