"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Die Katastrophenwoche

Es gibt Tage, an denen es besser wäre, wenn man gar nicht aufsteht und es gibt Wochen, die deshalb ganz besonders nerven, weil sich solche Nichtaufstehtage nahtlos aneinanderreihen. Und die letzte Woche war so eine Woche. Am Montag ging´s los. Zuerst die Meldung, dass der heurige Sommer auf einen Mittwochnachmittag gefallen ist und zugleich, sozusagen als Bestätigung, fing es in unserem Urlaubsort wie aus Kübeln und Kannen zu schütten an, sodass wir den Urlaub abbrechen mussten, unsere sieben Sachen zusammenpackten und Richtung Heimat abdüsten. In Kufstein traf uns fast der Schlag, stehen doch neben der Autobahn nur noch ein paar verwaiste Stangen. Nichts mehr mit Grüss Göttin. Meine Quotenfrau brach sofort in Tränen aus und konnte sich gar nicht mehr beruhigen, sind doch mit diesem barbarischen Akt der Demontage alle Erfolge der Emanzipation in Frage gestellt. Wie sollen denn jetzt die Leute wissen, dass in Tirol auch Frauen leben? Mein Gott, Verzeihung, meine Göttin, ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es noch schlimmer kommen könnte. Doch am Dienstag der nächste Schicksalsschlag, Spindelegger tritt zurück! Diesmal brach ich in Tränen aus. Wollte er sich der Aussprache mit den Landeshauptleuten entziehen oder war er etwa nur deshalb zurückgetreten, weil unser AK Präsident ihn mit der Rücktrittsaufforderung ins Zangerl genommen hatte? Aber da muss man doch nicht gleich zurücktreten und vielleicht gar noch jemandem hinter sich auf die Füße treten. Da hätte er sich doch bei unserem Wahlplakat-Landeshauptmann Reheis die Ohrstöpsel ausleihen oder wenigstens Tipps holen können, wie man politische Zurufe erfolgreich überhört.

Am Mittwoch dann der nächste Schlag, Faymann tritt nicht zurück. Dabei hatte ich es mir schon in meinen schönsten Träumen ausgemalt, wie er stilsicher im Roten Taxi die Rampe vor dem Parlament hinunterfährt und einem Kanzler Strache Platz macht. Aber nix da mit Platz machen und auch die Statistik sagt uns, dass ein Roter Parteichef im Schnitt fast doppelt so lange im Amt bleibt wie ein Schwarzer. Das Problem dabei, die Stammwähler sterben langsam aus. So kam es dann auch am Freitag zum ultimativen Tiefschlag. Unser ältester und zugleich schwärzester Bauer lag mit 96 Jahren im Sterben und wollte noch unbedingt den Roten Bürgermeister sprechen. Als dieser gekommen war, fragt er ihn, ob er Beitrittsformulare dabei habe. „Auf dem Sterbebett noch die Erleuchtung, zur SPÖ zu gehen!“ freute sich der Ortschef, aber da bäumte sich Seppal auf seinem Lager noch einmal auf und stöhnte: „Nix Erleuchtung, mir ist einfach lieber, wenn ein Roter hin ist wie ein Schwarzer!“

Schönen Sonntag!

Gerecht oder Gericht

Kennen sie den? Steht ein Angeklagter vor Gericht und wird nur deshalb wegen Schwarzbrennerei zu 500.- Euro Strafe verdonnert, weil er die Vorrichtung zum Schnapsbrennen besitzt. Auf die Frage des Richters, warum er denn 1000.- Euro auf den Richtertisch gelegt habe, kam die Antwort: „Hohes Gericht, damit möchte ich auch gleich das Sexualdelikt begleichen, denn auch die dazu notwendige Vorrichtung befindet sich in meinem Besitz!“

Die Richterin im ostfriesischen Leer hätte in ihrer deutschen Gründlichkeit das beste Stück sicher sofort vermessen lassen, ob es denn für ein Sexualdelikt überhaupt die notwendige Länge hat. Auf der anderen Seite wird ein 16-jähriger Vergewaltiger mit rigorosen Auflagen aus der Haft entlassen. Wumm, er darf bis zur Verhandlung keinen Tropfen Alkohol trinken und muss sich unverzüglich bei der Bewährungshilfe melden.

Wo darf sich eigentlich die Vergewaltigte melden oder muss sie nur froh sein, dass sie nicht in Dubai Opfer geworden ist?

Abgesehen davon, wird jetzt bei Gericht gerichtet, Recht gesprochen oder einfach nur ein Urteil gefällt? Ein beliebter Spruch heißt, wenn im Gericht tatsächlich Recht gesprochen werden würde, dann hieße es ja nicht Gericht, sondern Gerecht. Der Umkehrschluss würde bedeuten, dass das Gericht deshalb Gericht heißt, weil man sich´s dort richtet. Letzteres vermuten, zu Recht oder nicht, gar nicht wenige Zeitgenossen, die unsere rechtsstaatlichen Mühlen einmal genossen haben. Nun wird’s sicherlich zu jedem Fall eine mehr oder weniger plausible Erklärung geben, aber der öffentliche Eindruck bleibt, dem zufolge Justitia des Öfteren wohl zu Recht als geblendet dargestellt wird. Manche verwetten ihr letztes Hemd, dass der schiefe Waagebalken in ihrer Hand auch eine tiefere Bedeutung hat. Aber Recht und Richtermangel hin oder her, auf jeden Fall dauert es zu lange. Es ist unerträglich, wenn wie im Fall des Kaunertaler Bürgermeisters ein Freispruch erst nach vier Jahren erfolgt.

„Man weiß nie, wie´s ausgeht!“ hat er gesagt, der Pepi Raich und es habe ihn und seine Familie sehr belastet. Müsste er dafür nicht eine Entschädigung bekommen oder sind das Kollateralschäden einer staatsanwaltschaftlichen Meinung?

Nach der Urteilsverkündung im Prozess gegen den Kulterer sollen Richteranwärter, die Schuldsvermutung gilt gleichermaßen für Männlein wie Weiblein, auf dem Gang vor dem Gerichtssaal gejubelt und abgeklatscht haben. Sollen solche Leute später besonnen über Recht und Unrecht entscheiden? Die aufkeimende Übelkeit werde ich heute beim Stammtisch mit meinem Hausmittel bekämpfen und darauf anstoßen, dass ich nie mehr in diese Mühlen gerate.

Schönen Sonntag!

Ich freu mich

Ich freu mich wenn´s regnet. Sie haben richtig gelesen, ich freu mich wenn´s regnet. Ich hab mich ja auch gefreut, als ich wegen einer übersehenen Überweisung in der Höhe von € 57.- an die Tourismusabteilung des Landes ohne jegliche weitere Zahlungsaufforderung oder Mahnung eine Exekution zugestellt bekam. Ich hab mich so darüber gefreut, dass die hohe Gerichtsbarkeit für so einen kleinen Wurm wie mich Zeit hat, dass ich die Gerichtskosten von € 30.- gerne beglichen habe. Ich freu mich ja auch, dass ich seit dem 12. August nicht mehr für den Staat arbeite, sondern für mich. Deshalb hab ich in meiner überschwänglichen Freude gleich mit Kind und Kindeskindern einen Urlaub gebucht, denn nichts Erspartes ist so beständig wie die Erinnerung an einen solchen. Überhaupt werde ich´s jetzt etwas gemütlicher angehen, denn unser Totengräber hat mein Ansuchen um eine etwas breitere Grube abgelehnt. Wenn ich schon nichts mitnehmen kann braucht sich wenigstens nach meinem Abgang niemand um meinen Posten streiten, wobei mich schon freut, welchen Eifer die Rote Sonne im Osten beim Postenschacher im Kabinett an den Tag legt. Aus beruflichem Interesse freut mich in diesem Zusammenhang ganz besonders, dass uns die Frau Verbildungsministerin erhalten bleibt. Herrlich, wenn sie nach der ZIB-flash noch vor der Crimetime in der Primetime im Fernsehen verkündet, dass wir einen „aufmerksamen Umgang“ mit der deutschen Sprache pflegen müssen. Wird schon einen Grund haben, dass Kabinett und Kabarett gleich anfangen und gleich aufhören. Dazwischen allerdings geht es um die Kohle und da wird bei den Lustigen die Kommastelle wohl einige Stellen weiter rechts sein als bei den Lustigen.

 

Weniger lustig sind die jugendlichen Trittbrettfahrer der IS-Terroristen. Ich glaube nämlich nicht recht daran, dass es da wirklich um irgendeine Religion geht. Da geht es um nichts anderes als um die Lizenz zum Töten. Ist ja ultrageil, egal von wem, die Legitimation zu bekommen, Herr über Leben und Tod zu spielen. Wundern brauchen wir uns auch nicht, denn geht es nicht schon in den meisten Kinderspielen um Mord und Totschlag?

 

Aber zurück zu Frohsinn und Heiterkeit und zur Schadenfreude. Da sie nach Siegmund Freud als reinste aller Freuden gilt, möchte ich an dieser Stelle wie Frau Herr Minister Böhmdorfer auffordern, Haschisch endlich für´s Volk freizugeben, damit auch der kleine Mann auf der Strasse etwas zu lachen hat, wenn die rote Zukunftshoffnung Briefe an Veteranen verschickt.

 

Ich freu mich wenn´s regnet, denn wenn ich mich nicht freue regnet´s auch! Und dass ich´s noch einmal gesagt habe: „Unter Kreisky hätte es so ein Sauwetter nicht gegeben!“

 

Schönen Sonntag!

 

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Freitag, 26. September 2014

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Kramsach
Wo: Volksspielhaus Kramsach
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