"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Glaube, Religion und Gebetsmühlen

Ich weiß nicht was es am Pfingstwochenende auszusetzen gab, schließlich hatten wir über 30 Grad. Am Samstag 10, am Sonntag 10 und am Montag fast 11 und damit verbunden eine äußerst positive Motorrad-Unfallstatistik. Ein wenig abgegangen ist mir die gebetsmühlenartige Meldung, dass heuer Pfingsten im langjährigen Durchschnitt der Pfingstaufzeichnungen bei der allgemeinen Erderwärmung nicht mitgemacht hat. Ich weiß jetzt nicht, was die Jünger damals für ein Wetter hatten, aber dass sie sich allesamt in einem Raum aufgehalten haben, lässt Raum für Glaubensfragen. „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden.“ Irgendwie wiederholte sich in den letzten Tagen alles. Das mit dem Brausen und dem heftigen Sturm im Präsidentschafts-Wahlkampf in der ATV-Debatte der beiden Kampfhähnchen südlich jeglicher Gürtellinie und dass in der Rotfunk-Thurnher-Moderatorin irgend ein Geist gewütet haben muss, sah man allein an ihrem Augenrollen in Richtung Hofer und dem Zwinkern in Richtung VdB.

Der neue Kanzler war nach seiner morgendlichen Aussage mit allen reden zu wollen offensichtlich auch von einem Geist heimgesucht worden, denn sonst hätte er wohl nicht am Abend zurückgerudert: „Mit Strache nicht!“ Ob das der Roten Religion geschuldet war oder gerüchteweise dem Häupl-Geist, kann man glauben oder nicht. Der Glaube an den Heiligen Geist ist mir aber spätestens bei jener Meldung abhandengekommen, die der Leiter der Soko Brunnenmarkt medienwirksam abgesondert hat. Dass der Mörder vom Brunnenmarkt zwar die Tat möglicherweise begangen haben könnte, es gilt ja für jeden Ganoven gebetsmühlenartig immer die Unschuldsvermutung, die eigentlichen Täter aber wir selber seien! Abgesehen davon, dass bei den Opfern dagegen stets vermutet wird, dass sie nicht ganz unschuldig sind, erlaube ich mir dir Frage: „Wie bitte?!?“

Tretet vor, ihr lieben Gutmenschen, der ihr für die ach so liberalen Gesetze und ihre Durchführung und somit indirekt für diesen Wahnsinn die Verantwortung tragt? Versteckt ihr euch hinter eurer Religion der Toleranz oder glaubt ihr wirklich, dass alle Menschen im Herzen gut sind?

Sie kennen den Unterschied zwischen Glauben und Religion?

Religion ist, wenn zwei in einem stockdunklen Tunnel einen Schwarzafrikaner suchen und Glauben ist, wenn einer schreit: „Ich hab ihn!“

Schönen Sonntag!

komm heiliger geist

Den Eurowischen-Song-Contest sollte man eigentlich umtaufen, denn was das Ganze mit Singen zu tun haben soll, Ausnahmen bestätigen die Regel, weiß ich nicht. Wenn die Länge der Darbietung die Kürze der Stimmbänder ersetzt und der Aufwand der Show die Flachheit der Lieder, sollte man über eine Namensänderung in Wettbewerb der Bühnenausstatter, Pyrotechniker und Regisseure nachdenken.

Ich weiß nicht, bin nur ich so ein „Merci Cherie“ Hinterwäldler oder geht´s anderen auch so, dass man am Heiligen Geist zweifeln kann, wenn man die Glotze aufdreht.

Die Frage wo bei Tschörmänies next Topmodel der Heilige Geist wütet, beantwortet sich spätestens dann wenn die schöne Heidi von sich gibt: „Ich möchte nicht sagen, dass das mein Lieblingswalk war, aber das war mein Lieblingswalk.“

Dagegen blicke ich neiderfüllt in Richtung Italien, denn die Radaubrüder vom Brenner im Schnellverfahren zu 16 Monaten zu verdonnern ist mehr als eine göttliche Eingebung und hierzulande, wo ein Verfahren in der Regel so lange dauert, bis die Gerichtskosten den Streitwert überschreiten, wohl völlig undenkbar.

Welcher Geist in unsere nördlichen Lieblingsnachbarn gefahren ist, wenn sie mit Hakenkreuzschnitzel Wahlwerbung für den Hofer betreiben, weiß ich nicht, belastet mich auch nicht, wogegen ich schon Probleme damit habe, dass irgendwelche Schauspieler, Fallschirmspringer, berühmte Leute oder an ihrem Job hängende Altpolitiker den allgemeinen Wahltodel für so blöd halten, dass man ihm etwas empfehlen muss. Dass Ertrinkende um sich schlagen ist allgemein bekannt, wenn man aber selber die Löcher ins Boot gebohrt hat, hält sich das Mitleid ziemlich in Grenzen. Ich war lange Zeit nicht sicher, aber jetzt, wo nun endlich auch unser Conchita per Videobotschaft vom zukünftigen Bundespräsidenten Respekt für Männer in Frauenkleidern gefordert hat, bin ich sicher, die ganze Welt ist ein Narrenhaus aber bei uns ist die Zentrale! Ganz in diesem Sinne bin ich gespannt, wann uns der neue Kanzler Erfolgsmeldungen in ÖBB-Manier präsentiert. Der Kern der Sache ist nämlich der, dass mir der Heilige Geist der Erkenntnis fehlt, wie man mit Milliardenzuschüssen Millionengewinne machen kann.

Nun habe ich den Blick gen Himmel gerichtet, wünsche mir, dass ich heute nach der Heiligen Messe vom Heiligen Geist erleuchtet zum Stammtisch schwebe, mir zum Bier auch ein hochgeistiges Getränk gönne und darauf anstoße, dass der 22. Mai bald vorbei ist und wir Gottseidank nicht in den Dreißigerjahren leben.

Ach ja, hätte ich fast vergessen, ich möchte auch keine Wahlempfehlung abgeben, aber als Kirchenorganist versagt mit der Kuli in der Wahlzelle, wenn ich einen Agnostiker wählen soll!

Schönen Sonntag!

von Gedenktagen und Müttern

Gotteseidank ist es wieder einmal so weit. Ein Jahr ist um und nach dem Tag des Todestages von Braunbär Bruno, dem aus diesem Anlass gegründeten Bärengedenktages, dem Tag der Blockflöte, dem Tag der Jogginghose, dem Weltstaudammtag, dem Weltglückstag, dem Tag der Rückenschmerzen, dem Tag des Unkrauts, dem Internationalen Kiffertag, dem Weltpinguintag, dem Tag des Apfels, der Birne, der Kirsche und des gemeinen Blütenstechers, dem Tag des Lachens, dem Tag des Weinens, dem Tag des Cocktails, dem Weltnudeltag, des Weltvegetarier- und Veganertages, und nicht zu vergessen, dem 2. Dezember, an dem der Tag der Abschaffung der Sklaverei mit dem Tag der Modelleisenbahn zusammenfällt, kommt endlich wieder der Muttertag. Eigentlich komisch, dass wir diesen Tag so grandios feiern, hat ihn doch erst Hitler 1938 zu diesem bedeutenden Ereignis gemacht und gleich mit dem Wettbewerb der gebärfreudigsten Mutter der Nation gekoppelt. Es ist auch nicht so, dass alle Nachkommen gleichermaßen diesen Tag herbeisehnen, denn schließlich ist es ja kein Vergnügen wenn man einen halben Tag opfern muss. Womöglich noch bei schönem Wetter und einem Fenstertag, wo man doch ein paar Tage an das Meer der Innsbrucker fahren hätte können um dort Landsleute zu treffen, die man zwar nicht wirklich treffen wollte, sonst aber das ganze Jahr nicht sieht. Aber Muttertag ist Muttertag und da wird gefeiert, koste es was es wolle. Auch wenn sich Frau Mama danach wieder vierzehn Tage erholen muss, so sie die gebündelte Dankbarkeit eines ganzen Jahres an einem Stück überhaupt überlebt hat. Ich vergleiche das ein wenig mit dem Valentinstag. Wenn mir meine Mutter oder meine Frau das ganze Jahr über keine Blume wert sind, werde ich blumenhändlerbefohlen auch mit dem größten Strauß Rosen im Februar keine Überzeugungstat begehen.

Aber es gibt auch Kinder, die in aller Stille das ganze Jahr über auf ihre Mutter schauen, sie betreuen und umsorgen, die in dieser hektischen Zeit Vorbilder sind, beinahe unsichtbare freilich und doch den Blick schärfend, dass ein wenig mehr Anerkennung, ein wenig mehr Gleichberechtigung und ein wenig mehr Dankbarkeit, besonders in Hinblick auf Einkommen und Pensionszeiten auch der heutigen Mutterschaft gut täten. Allein der Gedanke für was wir sonst Milliarden beim Kamin hinauspfeffern lässt mich zu meinen Blutdrucktabletten greifen.

Abschließend bin ich der festen Überzeugung, dass die Menschheit ziemlich ausgestorben wäre, hätten die Väter die Kinder kriegen müssen. So möchte ich heute einen Toast auf unsere Mütter ausbringen, die ihre Liebe, Wärme und Geborgenheit nicht nur an einem Tag im Jahr über uns Töchter und Söhne ausschütten! Danke!

Schönen Sonntag!

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