"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

gehet hin und vermehret euch

„Gehet hin und vermehret euch“ heißt es in der Bibel, doch was sich da in der letzten Zeit so vermehrt hat dürfte wohl nicht im Sinne des Erfinders sein. Dass jedes Volk etwa zehn Prozent Idioten sein eigen nennt ist an sich noch nicht wirklich dramatisch, doch wie viele dieser Vollkoffer inzwischen an der Macht sind schon. Egal, wohin man schaut, Trump-first-Land, Kim-Land, Assad-Land oder Russland, den Vogel abgeschossen hat letzte Woche wohl der Erdowahn mit seiner Aufforderung an die europäischen Türken, vermehrt in die Kinderproduktion einzusteigen. Dass es dazu eigentlich keiner Aufforderung bedurft hätte ist gemeinhin bekannt, denn Türkische Familien haben im Schnitt 3,8 Kinder und 1,1 Frauen, während der mit Karriere und Kohleverdienen beschäftigte Rest bei 1,3 Kindern und 2,6 Hunden herumdümpelt. Wir, also meine Familie, ist mit vier Kindern und inzwischen neun Enkeln eher eine Minderheit und so musste meine Frau sich schon damals mit noch kleinen Kindern an der Bushaltestelle beim Einsteigen als asozial beschimpfen lassen und ob sie denn noch nie etwas von einer Verhütung gehört hätte. In Erinnerung daran musste ich lachen als ich neulich in einem Drogeriemarkt einen Beißring für unseren aktuellsten Familienzuwachs besorgte. War doch in einem Regalabteil alles „gegen“ das Kind, angefangen vom Vibrator über spermienvernichtende Schäume und Cremen bis zum gefühlsechten Kondom in allen Größen eingeräumt und gleich daneben alles „für“ das Kind, nämlich von Windeln über Babynahrung bis eben zum Beißring. Auf meine Nachfrage, ob diese nachbarschaftliche „für“ und „gegen“ Präsentation am Ende gar die Folge einer wissenschaftlichen Erkenntnis sein könnte, erläuterte mir die Verkäuferin, dass es dafür eine einfach Erklärung gäbe, dass eben das eine herauskomme, wenn man das andere nicht verwende. Doch zurück zum Ernst dieses Themas. Wir leben in einer Zeit, wo nicht wenige so tun, als ob der eigene Sarg einen Anhänger hätte und das Glück auf einem Kontoauszug zu finden sei, während für die breite Masse in der Regel nach Ende des Gehaltes noch einiges an Monat übrig bleibt. Familien haben leider keine Waffenlobby, denn sonst wäre es unter Garantie längst möglich, dass eine Frau, so sie denn selber will, zur Kindererziehung zu Hause bleiben könnte, ohne dass die Familie deswegen am Hungertuch nagen muss. Übrigens, neben „für“ und „gegen“ Kinder habe ich das Regal „deswegen“ mit Baldrian-Tabletten für die gestresste Mutter und diversen Schnäpsen für den genervten Vater leider nicht gefunden.

Bleibt die Frage, ob nun Kinder oder Hunde das Pensionssystem aufrecht erhalten sollen können wollen dürfen müssen, Prost!

Schönen Sonntag!

Ich will´s gar nicht wissen

„Wissen ist Macht“ heißt es, und das mag schon stimmen, im Positiven wie auch im Negativen, aber genau so wahr ist der Spruch „Viel Wissen macht viel Kopfweh!“ und so besteht bei mir die Qualität eines Urlaubes in der Hauptsache darin, dass ich keine Nachrichten höre, sehe oder lese. Wenn ich dann nach zwei oder drei Wochen heim komme falle ich regelmäßig aus allen Wolken, weil sich die Erde einfach weitergedreht hat und kein Stein vom anderen gefallen ist. Ich bin überzeugt, dass, so unmöglich das auch in Wahrheit ist, der eigentliche Grund von Terroranschlägen wegfiele, wenn man sie konsequent totschwiege und darüber einfach nicht mehr berichten würde. Aber die Schlagzeile, vor allen Dingen die negative, ist die Nabe um die sich die heutige Zeit dreht. Dabei will ich´s eigentlich gar nicht alles wissen. Dass der Gläserne Mensch inzwischen Realität geworden ist, wusste ich lange schon vor den Wikileaks-Enthüllungen, doch was ist das Wissen über die Praktiken von CIA und Co wert, wenn man dagegen eigentlich nichts machen kann, außer man verzieht sich in eine einsame Höhle? Doch selbst dort ist man vor Google-Earth nicht sicher. Schön wäre es zu wissen, ob man die Werbung, dass die neuen Stromzähler so sicher seien wie ein Bankkonto, als Versprechen oder als Drohung auffassen sollte.

Nein, nicht wirklich wissen wollte ich, dass ein kleiner deutscher Buchhändler ohne richtigen Schulabschluss angeblich ein Netto-Jahreseinkommen von über 280.000.- Euro aus Steuergeldern bezogen hat. Wie das, fragen sie sich? Ganz einfach, zum Netto-Grundgehalt von € 60.000.- kommt eine Aufwandspauschale von ebenfalls netto € 51.500.- dazu, für deren Verwendung übrigens kein Nachweis erbracht werden musste. Dass ein Präsident neben zwei Dienstwägen mit zwei Fahrern auch eine Repräsentationszulage von 17.000.- Euro braucht, ist klar. Dazu gibt´s die Residenzzulage, die mit 44 Tausendern netto zu Buche schlägt. Mit diesem Netto-Jahresgehalt von rund 170.000.- Euro hat man aber kein Auskommen, weshalb man noch eine Sitzungspauschale kassiert. Selbstredend nicht nur an Sitzungstagen sondern auch an Sonn- und Feiertagen sowie im Urlaub, also 365 Tage im Jahr, was wieder netto 111.000.- Euro einbringt. Zusammen also mehr als € 23.000.- netto monatlich, wobei ich schon gerne gewusst hätte, was der gute Martin Schulz dafür geleistet hat. Aber das wieder darf man anscheinend nicht wissen, denn sonst würde man es wohl nicht so geheim halten?

Ach, was ich auch noch wissen möchte, in der Fehde Drozda und Doskozil gegen Sobotka, sind die aus Überzeugung dagegen oder überzeugt dagegen?

Das werde ich heute am Kramerwirt-Stammtisch zum Thema machen.

Schönen Sonntag!

sachen gibt´s

„Josef, warum dürfen wir denn nicht mehr ins Freibad gehen?!?“ „Herr Graf, sie haben doch ins Wasser gepinkelt!“ „Aber Josef, das machen doch alle!“ „Schon, Herr Graf, aber nicht vom Einmeterbrett!“ Über 75 Liter Urin in einem Schwimmbad übertraf nun auch meine Erwartungen in dieser Hinsicht. Äußerst unappetitlich aber wie will man´s verhindern? Badegäste, die plötzlich einen zufriedenen und entspannten Gesichtsausdruck bekommen schnell aus dem Wasser holen? Bei Männern könnte man vielleicht mit einer Klammer arbeiten, aber was macht man bei Frauen? Dem Wasser neben dem Chlor einen Wirkstoff zusetzen, der bei Kontakt mit Urin das Wasser rot färbt wäre vielleicht ganz unterhaltsam, aber ich sehe schon die Schlagzeile „Menschrechtskonvention sieht Diskriminierung inkontinenter Personen!“ Leider hat die Studie nicht erhoben, wer lieber, Männlein oder Weiblein, in der eigenen Pisse sitzt. Wer weiß, vielleicht findet der Herr Juncker das auch Scheiße und es gibt noch rechtzeitig vor der heurigen Badesaison eine europäische Richtlinie die das tragen wasserdichter Badekleidung vorschreibt? In Österreich könnte ich mir in Anlehnung an das unsägliche Raucherkasperltheater eine Lösung vorstellen, dass die Badegäste vor dem Baden keinesfalls Spargel essen dürften, weil dann der Urin besonders intensiv duftet. Oder man beschließt ein Gesetz zur Abgrenzung zwischen Pisser und Nichtpisser mittels eines gespannten Seiles?

Ach was, jetzt geht die Fantasie mit mir durch und eigentlich sollte ich mich ja um meine Kandidatur für die Landtagswahlen nächstes Jahr kümmern. Ich möchte nämlich meinen persönlichen Wahlkampf mit einem Gedenkgottesdienst in der katholischen Kirche von Ankara beginnen und mich dann mit Veranstaltungen bis nach Istanbul vorarbeiten. Die Rückflüge für mich und mein Wahlkampfteam habe ich vorsichtshalber noch nicht gebucht, denn wer weiß wie lange wir da unten nach dem Wahlkampfauftakt staatlich untergebracht werden.

Die bereits voraus geschickten zweitausend Tiroler Fahnen, so hat mir der türkische Zoll versichert, seien jedenfalls schon sicher verwahrt.

Hoffentlich bin ich bis zum Ende des Froschküss-Eurofighter-Ausschusses wieder zurück, denn ich möchte allzu gerne wissen, wen man aller als Zeugen vorgeladen und wer was warum nicht ausgesagt hat.

Übrigens habe ich mir gestern noch zwei Dichtungsringe um 86.000.- Euro gekauft. Und weil man sich ja sonst nichts gönnt verlege ich heute meinen Frühschoppen bei Antipasti und einem guten Gläschen Wein zu einem richtigen Geheimtipp, nämlich meinem Lieblingsitaliener in Wattens. Ich muss mal schauen, ob ich sein Restaurant Pronto hinter dem Bauzaun der Gemeinde überhaupt finde.

Schönen Sonntag!

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Samstag, 22. April 2017

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Stumm
Wo: Café Tipotsch
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