"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Wissenschaftlich belegt

Es ist einfach nicht nett, wenn sich keiner fürchtet, niemand irgendwelche Hiobsbotschaften verbreitet, den Weltuntergang voraussagt oder wenigstens jedem, der einen Furz lässt, ein schlechtes Gewissen einredet, weil Methangas um ein Vielfaches schlimmer ist als Kohlendioxyd, die Atmosphäre zerstört, das Klima erwärmt und den Untergang Venedigs zur Folge hat. Dass nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind, hat sich inzwischen herumgesprochen, aber dass dauern schlechte Nachrichten, auch wenn sie wissenschaftlich belegt sind, sich auf´s Gemüt niederschlagen, ist genauso wissenschaftlich belegt. Irgendwo finden wir immer einen G´studierten, der, selbstverständlich wissenschaftlich fundiert, nachweisen kann, dass wenn die Polkappen abschmelzen, die Küstenstädte Europas baden gehen. Wieder ein anderer Gelehrter weist schwarz auf weiß nach, dass das ein Blödsinn ist, weil Eis und Wasser in etwa das gleiche Gewicht haben und deshalb erst beim Abschmelzen des grönländischen Festlandeises ein Tretbootverleih in der Inntalfurche Sinn macht. Neulich hat sich eine Wissenschaftlerin mit der Tatsache zu Wort gemeldet, dass es 2030 zu einer kleinen Eiszeit kommen wird, in deren Verlauf sich die Gletscher wieder kräftig ausdehnen werden. Diese ganzen (notwendigen?) Meldungen sind in Wirklichkeit bloße Panikmache, Gazetten- und Wartezimmer von Psychologen-Füller. Abgesehen davon, dass wenn auch nur einer der längst überfälligen großen Vulkane ausbricht, wir, und das ist auf keinen Fall wissenschaftlich belegt, 142.326 Jahre lang mit 250 durch das Inntal brausen und furzen können, was das Zeug hält, glaube ich kaum, dass sich auch nur einer der Magmaschlote an das Rauchverbot halten wird. Aber nun komme ich zum Punkt, denn die wirklich Schuldigen der Eisschmelze habe ich nur durch Zufall entdeckt. Es sind die Walliser in der Schweiz. Die beteten, wohlgemerkt mit päpstlichem Segen, jedes Jahr am 31. Juli für den Rückgang der Gletscher. Da ihnen das so offensichtlich wie keinesfalls wissenschaftlich belegt gelungen ist, haben sie jetzt dieses 1678 abgelegte Gelübde, auch diesmal wieder mit päpstlicher Zustimmung, umgedreht. Nun wallfahren die Fiescher für einen Anstieg der Gletscherströme.

Apropos Ströme, und das dürfte zumindest Eurostatistisch belegt sein, stammen 35 % der im ersten Halbjahr 2015 in Europa eingebrachten Asylanträge von Flüchtlingen, die aus Europa (?) kommen und 25 % aus dem Nahen Osten. Vielleicht hilft beten?

Schönen Montag!

Benefiz für „Rettet das Kind Tirol“ - Lachgas Franz mit „endlich 60“ heute um 20 Uhr im Spiegelzelt vor dem Landestheater in Innsbruck - Eintritt: freiw. Spenden – Einlass 19.30 Uhr

Der Gulli als Ausweg?

Man kann den Franz Hörl als Polterer sehen oder als politisches Hochtal-Raubein, seine Betrachtungen zum Thema Flüchtlinge sind jedenfalls nicht schlecht. Ich meine nicht die Flüchtlinge die in Traiskirchen oder Vomp eingegrenzt hausen, sondern die politischen Flüchtlinge, die ohne Grenzen im Parlament hausen. Jene, die ob ihrer Tränen in den Augen angesprochen werden und Asyl im Gulli der ÖVP erhalten, wie er es bezeichnete, der Nationalrat vorrübergehend im Ruhestand. Mir ist schon klar, ein paar Mandatare mehr, ein paar Kröten mehr, aber kann das den politischen Schaden aufwiegen? Klar, manchmal muss man seine Meinung ändern und plötzlich Dinge, die man zuerst mit Klauen und Zähnen verteidigt hat, relativieren oder gar völlig revidieren. Oder sagen wir es mit Konrad Adenauer: „Wer kann mich daran hindern, alle Tage klüger zu werden?“ Stimmt haarscharf, wenn´s denn ehrlich gemeint ist und nicht Teil jener Volksverblödung ist, der wir Steuerberechtigte durch gefilterte, gesiebte oder sonst wie in verdaubare Größe passend gemachter Informationen tagtäglich ausgesetzt sind.

Aber kann man eine politische Einstellung in den Gulli hauen? Missbrauch von Vertrauen ist nun einmal Verrat und brauchen wir wirklich Verräter in den Reihen der ÖVP? Haben wir nicht schon jetzt genug davon? Haben wir nicht schon jetzt genug Politiker aller Farben, die ohne Rücksicht auf Verluste nach dem Motto, hinter mir die Sintflut, für die Partei der Nichtwähler arbeiten? Hilft es wirklich, wenn der Rote Kaiser zu Wien die Asylfrage als geklärt ansieht und die Wahlhaubitzen mit blauer Munition lädt und der Bundeskanzler offensichtlich neuerdings einen Nichtgrinsungs-Berater hat? Soll wirklich jeder, der Visionen hat, lieber gleich zum Arzt gehen, wie Helmut Schmidt einmal gemeint hat?

Ist es Zweckdienlich, wenn sich Abgeordnete im Nationalrat nur deshalb zu Wort melden, damit sie in der Rednerstatistik nicht als faul geführt werden? Wäre oft nicht weniger mehr?

„Weißt du denn nicht mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird?“ hat der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna seinen Sohn gefragt und so frage ich mich auch, was uns das wohl sagen soll, dass die Pallas Athena, die Göttin der Weisheit, vor dem Parlament in Wien akkurat so aufgestellt ist, dass sie mit dem Hintern zum Eingang zeigt.

Beten wir, dass wir uns nicht das Vertrauen der Regierung verscherzen, denn am Ende hauen sie uns in den Gulli und wählen sich ein anderes Volk!

Schönen Sonntag

Benefiz für „Rettet das Kind“ - Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 17. August 20 Uhr im Spiegelzelt vor dem Landestheater in Innsbruck - Eintritt: freiw. Spenden Anmeldung unter office@lachgas.at notwendig!

Von der Kunst des Ignorierens

Die Ignoranz, Unwissenheit oder Missachtung zeichnet sich laut Wikipedia dadurch aus, dass eine Person etwas, möglicherweise absichtlich, nicht kennt, nicht wissen will oder nicht beachtet. Wer der Meinung ist, Minister Schelling dürfte in der von ihm losgetretenen Uraltdebatte nicht sagen, dass es Arbeitslose gäbe, die gar nicht arbeiten wollen, der ignoriert schlicht und ergreifend die Wahrheit. Der hat noch nie mit einem Hotelier gesprochen, der in der Hochsaison in der Heerschar von Arbeitslosen verzweifelt Personal gesucht hat. Der hat noch nie mit einem Chef gesprochen, dem der ehrliche Arbeitssuchende ins Gesicht gesagt hat, dass er nur den Stempel als Nachweis für das AMS brauche, denn arbeiten wolle er ganz und gar nicht. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, wobei man keinesfalls ignorieren darf, dass es auch genügend Menschen gibt, die furchtbar darunter leiden, weil sie eben keine Arbeit bekommen. Vielleicht ist die öffentliche Stimmung das Ergebnis mangelnder Kommunikation, denn wer kennt die Zahlen, wer weiß, wie vielen die vielzitierte soziale Hängematte schon entzogen wurde?

Wer glaubt, dass der Strom aus der Steckdose und das Geld von der Bank kommt, der ignoriert, dass man dafür Kraftwerke braucht und irgendjemand vorher das Geld auf die Bank tragen muss. Wer in der Flüchtlingsfrage noch herumdiskutiert, dass andere europäische Staaten keine Menschen aufnehmen, der ignoriert, dass der Ertrinkende tot ist, wenn man zu lange herumdiskutiert, wie man ihn retten will. Die Idee eines Bürgermeisters aus dem Unterland gefällt mir außerordentlich gut. Er ist der Meinung, dass jede Gemeinde in ihrer Kompetenz und Verantwortung eine der Größe der Gemeinde angepasste Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen soll. Dann gäbe es das Problem der Ghettobildung nicht und die Integration wäre, Beispiele wie etwa in Elmen, Vils und Bibewier belegen das, viel leichter möglich. Doch die Zahl der Ignoranten und die damit verbundene miese Stimmung steigt täglich und so ist es zwar furchtbar traurig aber leider wahr, dass meine aus Jamaika stammende Schwiegertochter auf einem Spielplatz in der Stadt Salzburg erleben musste, wie eine Mutter ihrem Kind verbot, mit ihren Kindern, diesen „dreckigen“ Ausländern, zu spielen! Zitat: „… und komm mir ja nie mit so einer nach Hause!“

Heute bedarf es beim Stammtisch nebst einem Bier auch eines großen Schnapses, um das Schämen und den Kloß im Hals hinunterzuspülen.

Schönen Sonntag

Benefiz für „Rettet das Kind“ - Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 17. August 20 Uhr im Spiegelzelt vor dem Landestheater in Innsbruck - Eintritt: freiw. Spenden Anmeldung unter office@lachgas.at notwendig!

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Donnerstag, 10. September 2015

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Lanersbach
Wo: Tux Center
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Samstag, 19. September 2015

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Scheffau
Wo: Theatersaal
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Freitag, 06. November 2015

Zeit: 20:00 - 22:00 Uhr
Ort: Stumm
Wo: Theatersaal
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