"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Tja, der heilige Geist

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ So heißt es in der Bibel und, so man der ganzen Geschichte Glauben schenkt, soll das die Geburtsstunde der Kirche gewesen sein, was wiederum den Schluss zulässt, dass sie der Heilige Geist auch noch mit Weisheit erfüllt hat. So weit so gut. Einiges aus dieser Geschichte wiederholte sich gerade in Wien beim „Jurowisch´n Song-Contest“. Dort waren auch ziemlich viele am gleichen Ort und warteten auf das Brausen, das wie ein heftiger Sturm daher fährt und das ganze Haus mit fremden Sprachen erfüllt, wenngleich eher weniger auf den Heiligen Geist gewartet haben als auf das Goldene Kalb. Aber das ist wieder eine andere biblische Geschichte mit Wiederholungseffekt.

Ob der Geist, der die Schöpfer der schwulen Ampelmännchen und lesbischen Ampelweibchen getroffen hat, der Heilige war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber werbetechnisch war das ein genialer Einfall, der den kolportierten 67.000.- Euro an Kosten gleich ein paar Nullen an Erfolg dranhängt. Mit Sicherheit nicht der Heilige Geist war es, der die Nachahmungstäter und Trittbrettfahrer in Innsbruck geritten hat. Abgesehen davon, dass ich jetzt schon die dritte Nacht nicht schlafen kann, weil ich schweißgebadet aus dem Alptraum aufwache, dass bald nur noch Schwule und Lesben sicher über die Straße gehen können, während wir „Stinknormalos“ zusehen können, wie wir auf die andere Straßenseite kommen, hätten unsere gewählten Volksvertreter wohl wichtigere Aufgaben zu erledigen.

Vom Heiligen Geist knapp verfehlt dürften wohl auch jene sein, die uns diesen „koste es was es wolle“ Contest als finanziellen Erfolg verkaufen wollten, denn Wien war bei weitem nicht ausverkauft, das Publikum musste teilweise von der Straße geholt werden und zum propagierten dauerhaften Mehrwert für ganz Österreich sei mir eine kleine Frage erlaubt: „Weiß der geneigte Leser auf die Schnelle und ohne zu googeln, wo vor zwei Jahren der Song-Contest stattfand?“

Heute entsendet mich der Heilige Geist zum Stammtisch um die unzähligen Gäste die wegen dem Conchita in unser schönes Land gekommen sind zu begrüßen.

Schönen Sonntag

Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 12. Juni im Festzelt in Seefeld und am 18. Juni in St. Gertraudi beim „Gai-Festl“ – näheres unter www.lachgas.at

Was wir nicht alles gelernt haben

60 Jahre Staatsvertrag haben wir letzten Freitag gefeiert. „Österreich ist frei!“ haben wir gelernt, soll Leopold Figl vom Balkon des Belvedere gerufen haben. Wie wir heute wissen, eine glatte Lüge, denn die Austria Presseschau unterlegte die Bilder vom Balkon mit den im Marmorsaal gesprochenen Worten. Heute erstaunen solche Tricksereien niemanden mehr, aber dass das damals technisch schon möglich war? Bemerkenswert, dass man das weiß und trotzdem die breite Mehrheit der Wahlberechtigten, und ich sehe das inzwischen fast als gefährliche Drohung, an die Ehrlichkeit der Berichterstattung glaubt. Und noch unglaublicher, dieser Beschiss hat sich bis in die heutige Zeit gehalten.

„Österreich ist frei!“ Abgesehen davon, dass das mit der Freiheit damals doch noch ein Weilchen gedauert hat, frage ich mich in der Zwischenzeit, was denn eine Freiheit noch wert ist, wenn sie durch beinahe zweitausend Gesetze, Nebengesetze, Verordnungen und Bestimmungen geregelt wird?

Dass Außenminister Leopold Figl unter Einsatz aller Leberwerte den Staatsvertrag für uns „ersoffen“ hat, haben wir genauso gelernt wie die angebliche Tatsache, dass die Intonierung der „Reblaus“ durch unseren Zitherkünstler Julius Raab den damaligen russischen Außenminister Molotow dermaßen zu Tränen gerührt habe, dass er nichts mehr gesehen und deswegen die Schuldklausel aus der Präambel gestrichen hat. Dass Kreisky später die harten und zähen Verhandlungen deutlich relativiert hat und von günstigen Umständen sprach die man vorfand, verschwieg man uns genauso diskret wie den Umstand, dass unsere damalige Rote Fraktion den Vertrag beinahe verhindert hätte. Dass nach Recherchen unseres Tiroler Historikers Prof. Dr. Norbert Hölzl die Brasilianer maßgeblich an der Fortsetzung der damals verschleppten Verhandlungen beteiligt waren, habe ich erst vor ein paar Jahren gelernt. Dass dabei möglicherweise die von ihrem Gatten ziemlich mies behandelte erste Kaisersgattin Dona Leopoldina aus dem Hause Habsburg eine Rolle gespielt hat und der brasilianische Präsident Getulio Dornelles Vargas vielleicht eben deshalb in einem Wiedergutmachungsanflug 1952 erklärt hat, dass sich Brasilien moralisch verpflichtet sehe, etwas für Österreich zu tun, könnte stimmen, so man dem damaligen österreichischen Generalkonsul in Sao Paulo, Otto Heller Glauben schenken darf.

Irgendwie bin ich schon gespannt, was einmal über Fayman und Co. in den Geschichtsbüchern stehen wird. Dass ein Taxifahrer Österreich aus der Krise gekarrt hat?!? Wer weiß, was unsere Enkel alles lernen müssen …

Schönen Sonntag

Lachgas Franz - Start mit dem neuen Programm „endlich 60“ am 12. Juni im Festzelt in Seefeld - 

Ein Hoch den Müttern!

Der Muttertag hat sich nach Wikipedia seit 1914, beginnend in den USA, in der westlichen Welt etabliert. In Österreich gilt Marianne Hainisch als Initiatorin des Muttertages, der 1924 eingeführt wurde und im Großdeutschen Reich ab 1938 durch den Staat forciert zum nationalen Feiertag aufstieg. Heldinnen des Volkes waren sie damals, die Mütter. Freilich mit einem fiesen Beigeschmack, aber von Heldinnen ist lange nicht mehr die Rede, im Gegenteil, Frauen, die gerne Mama sind, sind in vielen Bereichen benachteiligt auch wenn so manches Kindergedicht es vergessen machen möchte.

„Welch Glück auf Erden muss man haben, eine Mama so wie dich,

and´re würden sich drum schlagen, doch die Auswahl viel auf mich.

Ob in guten oder schlechten Zeiten, dein Herz schlug immer nur für mich,

ein schönes Leben wollt´st du mir bereiten, dafür Mama lieb´ ich dich!“

Doch das Wort ist willig aber das Fleisch ist schwach und so sieht die Realität meist ein wenig anders aus. „Griass di, Mama, da bin ich wieder, sollst nie wieder alleine sein. Kennst mich noch, ich bin es doch, dein Lieblingssohn. Mama, wie geht´s dir denn? Alles Gute zum Muttertag, Mama. Ich hoffe, dir gefällt´s da im Heim, denn da wirst du richtig umsorgt und verhätschelt. Mama, da geht´s dir gut. Schmeckt dir das Essen? Kriegst du auch immer genug? Komm, Mama, heute machen wir einmal einen kleinen Ausflug. Nein, Mama, du brauchst keinen Stock, heute führe ich dich an der Hand. Langsam müssen wir uns aber beeilen, wir haben nämlich im Restaurant einen Tisch reserviert. Da, Mama, setz dich. Was sagt denn der Doktor zu deinen Zuckerwerten? Vorsichtig, so, jetzt bestellen wir dir erst einmal einen Kaffee und Kuchen. Und eine große Portion Schlag, den magst du ja so gerne. Und heut ist eben Muttertag, geh Mama, da darf man schon einmal sündigen.

Mama, schmeckt dir der Kuchen? Ist der Kaffee auch nicht zu heiß? Möchtest du noch ein Stückchen Zucker hinein? Du musst den Kuchen nicht aufessen. Magst du noch etwas zu trinken? Ach wie die Zeit vergeht. Ja, Mama, zähl das Wechselgeld nach, weißt du, heut zu Tage kann man niemandem mehr vertrauen. Überhaupt, Mama, wegen dem Geld müssen wir noch reden, denn auf der Bank wird es immer weniger. Da ist es besser wenn man es investiert. So, Mama, jetzt müssen wir aber wieder los.

So, Mama, jetzt sind wir wieder gut gelandet. Jetzt bringe ich dich auf dein Zimmer, denn du musst dich jetzt sicher ausruhen. Und ich muss auch schön langsam wieder fahren.

Aber ich hab dir noch ein kleines Gedichtchen gedichtet, liebe Mama:

Liebe Mama, du musst es wissen,

wie ich dich liebe, wie ich dich mag,

so schrecklich werd´ ich dich vermissen …

… bis zum nächsten Muttertag!“

Schönen Sonntag

Online Shop

Aktuelle Termine

Alle Termine anzeigen

Freitag, 12. Juni 2015

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Seefeld
Wo: Festzelt Seefeld
Weiterlesen

Donnerstag, 18. Juni 2015

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: St Gertraudi
Wo: Gaifestl
Weiterlesen

Tiroler VersicherungHohenhaus Tenne Mercedes Retterwerk Hall4mengroup GmbHFotowerk Aichner Youtube Channel Facebook Page

© 2013 Verlag Lachgas • Franz Eberharter • Waldbadstr. 534 • 6290 Mayrhofen • Telefon 0664/325 44 49 • office@lachgas.atImpressum

Lachgas buchen

Jetzt buchen!