"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

jeder trägt dazu etwas bei

Jeder trägt dazu etwas bei, dass es so ist, wie es ist und langsam ist es so, wie es eben nicht sein sollte. Wenn in meinem Stammcafe, dem Ciao in Mayrhofen, eine Gruppe Araber die Chefin fragt, ob sie selber kocht und die Gäste auf das selbstbewusste JA wortlos das Lokal wieder verlassen, dann ist das auch so normal wie wenn meine Frau in Dubai sich vor einer Moschee eine lange Kutte holen muss, nur weil der überaus selbstbewusste Tugendwächter unter ihrer 7/8 Hose einen Knöchel erblickt hat? Muss der grandiose Vordenker Felix Mitterer wirklich erst die Araber-Saga verfilmen und uns den Spiegel vorhalten, damit wir erkennen, wie wir uns prostituieren? Doch jeder trägt dazu etwas bei und nicht als ob Skype, WhatsApp, Facebook und Twitter schon ausreichen würden, nein, auch unser Proporzfunk gibt einem Grüppchen handverlesener Vollidioten, die in der Türkei vor unserer Botschaft demonstrieren, neben gefühlten unendlichen Sendeminuten auch noch die Gelegenheit zu einem Interview? Quo vadis austria! Dient eine derartige Berichterstattung wirklich der Information oder ist es einfach nur ein Beitrag zur Verhetzung, der Lust am Wahn, dem Baden in Sensationsgeilheit, schlicht das Bedienen der niedersten Instinkte?

Auf der anderen Seite lassen wir Kurden und Türken in Wien in einer wohl höchst überdenkenswerter Auslegung der Demonstrationsfreiheit auf´s Schlachtfeld ziehen und bezahlen ihnen dafür auch noch die Polizisten, die sich von beiden Streithähnen zusammen dann eine auf die Mütze hauen lassen müssen.

Ich habe einige türkische Freunde, die darob über uns Ungläubige nur ungläubig den Kopf schütteln. Dann holt man noch einen Studiogast dazu, der noch hilfloser als die Interviewerin wirkend und sich wie diese schlangengleich windend zu erklären versucht, dass das Goldene Kalb unserer Zeit, nämlich der Mammon, das Wichtigste sei. Dass hochrangige Politiker in die Türkei reisen und sich vom Sultan erklären lassen sollen, was dieser unter Demokratie und Pressefreiheit versteht. Vielleicht sollte man eine Frauenabordnung aus unserer Regierungsetage hinschicken?

Irgendwie finde ich es ja genial, dass er unter den Augen der gleichen, in diesem Fall aber äußerst zurückhaltend berichtender Medien, Verbrecher aus den Gefängnissen entlässt um Platz für die Regimegegner zu bekommen.

Ja, ja und noch einmal ja, unsere Kurz´s und Kern´s haben Recht, unter diesen Voraussetzungen kann es keine Annäherung oder gar einen Vollbeitritt zur EU geben. Da brauchen sie gar nicht so herumeiern und politische Spielchen spielen, von denen ich mehr als die Nase voll habe. Ich war nicht dabei, aber hat es in den Dreißigerjahren nicht auch so ähnlich angefangen?

man sollte es nicht tun

Manche Dinge sollte man nicht tun. Schon in den 10 Geboten steht, was man nicht tun sollte und das Leben hat gelehrt, dass man in der Regel tatsächlich eine auf den Deckel bekommt, wenn man sich nicht daran hält. Egal, ob es um den Seitensprung geht, bei dem bekanntermaßen eigentlich der Anlauf das Schönste ist, oder um das Lügen, das unfallfrei nur mit einem außerordentlich guten Gedächtnis möglich ist, man sollte es einfach nicht tun. Er, unser Herr ex-Verteidigungsminister Darabos hätte es auch nicht tun sollen, den jetzt an die Öffentlichkeit gelangten geheimen Geheimbericht über den Eurofighter-Deal zu unterschreiben. Wenigstens hat er zur Frage, ob unser so erfolgreicher Gusi davon gewusst hat, klare Worte gefunden: „Ich sage nicht ja und nicht nein!“ Und weil ich schon dabei bin, obwohl ich´s eigentlich gewusst hätte, dass man es nicht tun sollte, hab ich´s doch getan. Ich habe nachgefragt, welche ÖVP-Wirtschaftspartei-Kapazunder unsere wirtschaftspolitischen Interessen in Europa vertreten. Als da wären, eine Pensionistin, die einmal eine Werbeagentur geleitet hat, ein Berufspolitiker, der die Philosophie so gründlich studiert hat, dass er glatt noch vor dem 40ten Geburtstag damit fertig war, eine seit 20 Jahren nur noch als politische Funktionärin tätige Pädagogin, ein pensionierter Schmied und nicht zu vergessen die Zukunftshoffnung, eine 38-jährige Studentin aus dem landwirtschaftlichen Umfeld. Würde irgendwer irgendwem dieser Auswahl einen Posten als leitender Angestellter anbieten? Nein, und das sollte man auch nicht tun. Da ich glaube, dass unsere Abgeordneten repräsentativ für das ganze EU-Parlament stehen, ist mir klar, dass sie neben den ganzen Problemen Rund um barrierefreie Klettersteige und das Wählen ab 16 Jahren, in Zukunft vermutlich mit dem Handy-App Pokémon-wähl, mit der Flüchtlingskrise überfordert sind. Auf der anderen Seite freilich, und ich habe das am eigenen Leib gespürt, fühlt sich jeder Vollpfosten, der sein ganzes Leben lang nicht einen einzigen Nagel in die Wand geschlagen hat, geradezu verpflichtet, einem gewählten Mandatar zu erklären warum sich die Erde dreht. Auf die Antwort: „Wenn du so gut bist und genau weist was zu tun ist, dann musst du doch in die Politik gehen!“ kommt postwendend: „Das tue ich mir nicht an!“ Aha, wieder was gelernt und vielleicht sollte man es auch nicht tun. Wenigstens gibt es auf unteren Ebenen Lichtblicke. Dass nämlich unser Landeshauptmann trotz heftigem Gegenwind darauf vertraut hat, dass Aufsichtsratsvorsitzender Wilfried Stauder den Hypo-Karren aus dem Dreck zieht, ist genau so positiv wie der Umstand, dass er den IGL 100-er entgrünt und in Frage stellt.

Schönen Sonntag!

statistik und selbstbetrug

Ich hab die letzten Nächte ganz schlecht geschlafen, denn die neuen Arbeitslosenzahlen lassen mich keine Auge zutun. Bewundert habe ich in diesem Zusammenhang die grandiose Erkenntnis, dass speziell Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau, also Hauptschul- oder wie es jetzt heißt Neue-Mittelschul-Abgänger, schwer Chancen auf einen Job hätten. Könnte das nicht einfach daran liegen, dass jeder, der in der vierten Klasse Volksschule unfallfrei 2 und 2 zusammenzählen kann, reflexartig in eine höhere Schule gesteckt wird? Warum nur tun sich viele Handwerksbetriebe so schwer Lehrlinge zu finden, bei denen man sich nicht wundern muss, dass sie jeden Tag selbständig nach Hause finden? Oder liegt es einfach nur daran, dass es nicht mehr so wie früher funktioniert, dass man Arbeitslose einfach in Fortbildungen steckt? Ein Mensch ohne Job ist in einem Klassenzimmer zwar immer noch ein Mensch ohne Job, aber wenigstens nicht mehr arbeitslos. Die Idee war ja nicht schlecht, denn jemand, der bildungsschläft oder sonst dem Unterricht nicht folgen kann oder will, hat keine Zeit, jene 9815 türkische Mindestsicherungsbezieher in Wien zu bedauern, die auch keinen Job haben oder wollen. Aber es gibt auch Positives zu berichten, denn Junckers Busenfreund Erdowahn hat Wien zur Hauptstadt des radikalen Rassismus erklärt. Aber aber, lieber Herr Bundeskanzler und geschätzter Herr Außenminister, deswegen kann man doch nicht einfach die Beitrittsverhandlungen stoppen! Am Ende geht dieser Despot dann noch auf unsere Wiener Schnitzel los, oder findet eine Sure im Koran, die den gezogenen Apfelstrudl mit Vanillesoße als Ursache allen Übels bezeichnet. Wie sollen wir denn unsere Außengrenzen schützen, wenn wir niemanden mehr haben, den wir darum bitten, oder ehrlicher, dafür bezahlen können?

Jedenfalls darf man gespannt sein, wann in Europa die Todesstrafe eingeführt wird, damit die Türkei doch noch beigetreten werden kann. Was unseren Kaunertaler BuPrä-Kandidaten Wanderbellen bewogen hat, die Deutsche Mutter der Nation ob ihrer Hartnäckigkeit zu bewundern, weiß ich nicht, ich jedenfalls bewundere den Kaiser zu Wien, der in einer ersten Reaktion 20.000 türkische Fahnen bestellt haben soll. Oder war es doch die Grüne … hach, wie hieß die doch schnell? Nein, nicht die, die uns den IGL 100-er immer noch als Erfolgsmodell verkauft, sondern die, die die halbe Türkei zu sich eingeladen hat … oder doch zu uns?

Wie auch immer, heute am Stammtisch werde ich unser momentan offensichtlich drängendste Problem zur Diskussion stellen, dass nämlich unsere Schützen endlich Schützinnen aufnehmen sollen. Wem das eingefallen ist? Drei Mal dürfen sie raten!

Schönen Sonntag!

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