"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Von der Nachhaltigkeit

Das Wort Nachhaltigkeit stammt vom Verb „nachhalten“ mit der Bedeutung „längere Zeit andauern oder bleiben“ und hat in der modernen, umfassenden Bedeutung den Sinn des Prinzips, dass nicht mehr verbraucht werden darf als jeweils nachwächst. Weil man nicht mehr verbrauchen darf als nachwächst, wird am Innsbrucker Hauptbahnhof der Grund gewesen sein, warum die Berufsfeuerwehr den ausgabefreudigen Bankomaten akkurat dann vernageln musste, als ich der nächste Kunde gewesen wäre. Ob die Alarmierung über die nachhaltig ziemlich vernagelte Leitstelle Tirol gelaufen ist, bleibt ein Geheimnis. Kein Geheimnis ist dagegen, dass der zuständige Landeshauptmannstellvertreter Geisler der längeren Zeit des Andauerns eine Ende gesetzt und dafür gesorgt hat, dass die beiden Geschäftsführer nicht mehr länger bleiben. Dass der Nachhaltigkeit auf der Autobahn ein Ende gesetzt wird tut mir wiederum in der Seele weh, denn ich war schon einigermaßen erstaunt, als letzte Woche nach dem riesen Sturm und dem anschließenden Regen und Schneefall der IGL 100er aufleuchtete. Später ging die schlechte Luft nahtlos in Schleudergefahr über, was fünf Kilometer vor einer Baustelle durch einen 80er und einen Kilometer davor durch einen 60er unterboten wurde. Verstehen sie mich nicht falsch, natürlich bin ich froh, wenn mir jemand nachhaltig das Denken abnimmt, aber irgendwie warte ich schon ganz gespannt auf den Moment, bis wir von einem beamteten Ober- und Vordenker eine SMS bekommen: „Lieber Steuerzahler, langsam wird es wieder Zeit aufs Klo zu gehen!“ oder ein freundliches: „Aber jetzt Zähneputzen und ab ins Bett!“

Nicht von Nachhaltigkeit gesegnet war die Zeit unseres Ökonom´s Christian Keuschnigg beim Institut für höhere Studien in Wien. Aber das hätte ich ihm gleich sagen können, dass Einschnitte, die finanziell wirklich etwas bringen, überall auf der Welt möglich sind, nur nicht in Wien.

Eine eigenartige Form der viel besungenen Nachhaltigkeit wieder betreibt man beim FC Wacker. Ich möchte gar zu gerne wissen, ob die Führungsetage damit die Kontinuität beim Hinauswurf der Trainer meint, oder eher die Tradition, dem Geschassten noch in der Halbzeitpause den Rücken zu stärken. Jedenfalls sollte man einem Mechaniker, den man anstellt, auch Schraubenschlüssel und nicht nur eine Kombizange als Werkzeug in die Hand drücken. Hinter vorgehaltener Hand habe ich gehört, dass zur Komplettierung des Teams der Unwissenden nur noch der K.H. Grasser fehlt. Obwohl, der hat seine Ahnungslosigkeit bereits öffentlich bei Gericht zugegeben.

Heute 14.30 Uhr – Vernissage zur Ausstellung Franz „KAISER“ Eberharter im Rathaus der Stadt Schwaz

Vom Schein und Sein

Dass der Schein wichtiger ist als das Sein ist in unserer Zeit nichts Neues mehr. Das sieht man zum Beispiel deutlich bei den AMS-Sparplänen. Nur weil man nicht mehr Arbeitslose in allen möglichen und unmöglichen Schulungen vor der Statistik verstecken kann, will man das einsparen, worüber denkende Menschen schon lange den Kopf geschüttelt haben. Den Kopf schütteln kann man auch über den jungen Mann in Scheffau, der sich als Trittbrett-Räuberopfer entpuppt hat. Klar, um in die Nachrichten zu kommen brauchte es den Schein, denn mit seinem Sein hätte er das nicht geschafft.

Obwohl, in die News zu kommen, ist nicht wirklich schwierig, es muss nur negativ oder blöd genug sein. Haben sie zum Beispiel gewusst, dass der 13. Oktober der „happy no bra day“ ist, jener Tag, an dem die Frauen keinen BH tragen sollen? Oder dass die Dänische Regierung Sex mit Tieren deshalb verbieten will, weil sie nicht NEIN sagen können? Also die Vierbeiner natürlich. Beim Vieraugengespräch zwischen Faymann und Putin hatte es laut Aussendung den Schein, dass der Russische Obermacho sehr viel vom Engagement Österreichs halte. Kann es sein, dass unser Kanzler dieses Gefühl deswegen hatte, weil bei Putin einmal die rechte Augenbraue gezuckt hat? So wie bei der Urteilsverkündung gegen unseren Ex-Minister Strasser, bei dem es auch gezuckt hat, weil es jetzt mit dem Häfen Ernst geworden ist. Gottseidank gibt es aber auch Zeitgenossen, die im Schein ihr Sein haben. Udo Jürgen Bockelmann, besser bekannt als Udo Jürgens, seit 30. September ein Neoachtziger mit Vorbildwirkung. Für mich zumindest, denn so möchte ich in zwanzig Jahren auch drauf sein. Allerdings habe ich da so meine Bedenken, weil ich der Geschichte, die ich öfters im Scherz erzähle, immer ähnlicher werde. Es ist halt der Lauf der Zeit, als sich zwei Freunde zu ihrem gemeinsamen Fünfziger deswegen beim Kramerwirt getroffen haben, weil dort die schärfste Kellnerin weit und breit ihren Dienst tut. Zum Sechziger war es dann der vorzügliche Schweinsbraten, der die Freunde lockte, während zur Siebzigerfeier mehr Wert auf den unglaublich guten Rotwein gelegt wurde. Zum Achtziger schließlich verabredete man sich deshalb beim Kramerwirt, weil man da ebenerdig hinein gehen kann. Die gnadenlose Härte des Seins stellte sich aber zum neunzigsten Geburtstag über den Schein, als die beiden über den Ort der Feierlichkeiten berieten. „Gehen wir doch zum Kramerwirt …. da waren wir noch nie!“

Schönen Sonntag!

Franz „KAISER“ Eberharter, Bilderausstellung im Rathaus der Stadt Schwaz, Vernissage am 26. Oktober um 14.30 Uhr – Die Arbeiten in Metall, Stein und Leder sind bis 7. November zu sehen.

Der Mensch denkt...

„Der Mensch denkt und Gott lenkt“, heißt es in einem Spruch, der gerne von Menschen bemüht wird, die froh sind, wenn das Denken ein anderer übernimmt. Hat ja auch seine Vorteile, denn dann kann man hemmungslos auf alles und jeden schimpfen und sein persönliches Ungemach der göttlichen Fügung überlassen. Wenn´s nur so einfach wäre. In Wirklichkeit wird es aber so sein wie beim berühmten Münchner im Himmel, dem Engel Aloisius, wo am Ende die Bayerische Regierung bis heute vergeblich auf die göttlichen Eingebungen wartet. Gottseidank, soll unser Bundespräsident und oberster Agnostiker gesagt haben, Gottseidank gibt es Beispiele der göttlichen Eingebung in der aktuellen Politik.

Freilich passieren dabei auch kleine Fehler, denn wo geheuchelt wird fallen Banknoten, und wo erpresst wird fallen Förderungen, zum Beispiel für englische Atomkraftwerke.

Aber die Grundidee, die Kommissare der Europäischen Union einer Anhörung zu unterziehen, war sicher auch das Ergebnis eines göttlichen Lichtstrahles, wenn auch die menschliche Umsetzung zu wünschen übrig lässt. Ich glaube kaum, dass es gottgewollt ist, dass ausgerechnet ein ehemaliger Finanzmarktlobbyist die Finanzmärkte an die Kandare nehmen soll. Auch dass ein Franzose, Frankreich hält sich bekanntlich nicht an die Europäischen Sparvorgaben, dafür sorgen soll, dass in der EU die Haushaltsdisziplin durchgesetzt werden soll, wäre lustig, wenn es denn eine Nestroy´sche Posse wäre. Geradezu köstlich ist die Idee, nach dem Motto, wir machen den größten Wilderer zum Aufsichtsjäger, den Spanier Miguel Canete, einen ehemaligen Ölmanager zum Wächter über das Klima zu küren.

Aber auch in der Heimat gehen Entscheidungen mit klitzekleinen Unzulänglichkeiten einher. Freundlicher kann man den Beschluss der Innsbrucker Stadtregierung nicht umschreiben, der Berufsfeuerwehr den schweren Bergetraktor wegzunehmen und in der Freude über die grandiosen Einsparungen ganz vergessen zu haben, den Paketfahrern das Abstürzen außerhalb der Amtsstunden des städtischen Forstamtes zu verbieten. Gut, werden sie sagen, dafür funktioniert das Handyparken umso besser.

Übrigens habe ich gestern bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgegeben und damit eine internationale Personenfahndung ausgelöst. Geht´s ihnen auch so oder hab nur ich das Gefühl, dass unser Freund, der Eugen, spurlos verschwunden ist? Hoffentlich ist ihm nichts passiert!

Die dahingehende Sorge werde ich heute am Stammtisch kräftig hinunter spülen!

Schönen Sonntag!

Samstag, 18. Oktober 20.00 Uhr im Gemeindesaal Maurach a.A. für den Lion´s Club Jenbach-Achensee – Restkarten bei den Raika´s Jenbach und Maurach.

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26.10.2014 14:30 - 08.11.2014 14:30

Ort: Schwaz
Wo: Rathaus
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