pfiat di, Tante Riki!

„Pfiat di“, oder übersetzt „Behüt´ dich Gott“, der früher normale und übliche, aber leider zunehmend in Vergessenheit geratene Abschiedsgruß, zwischenzeitlich durch das „Ciao“, oder noch schlimmer, durch das unsägliche „Tschüss“ abgelöst und die Unverbindlichkeit unserer Zeit widerspiegelnd, ist dem Anlass der heutigen Kolumne entsprechend genau passend. Haben wir doch gestern in Mayrhofen eine ganz besondere Frau auf ihrem allerletzten Rennen begleitet und zu Grabe getragen. Sie ist zwar gestorben aber doch nicht tot, lebt sie doch in unzähligen Herzen weiter. Die Rede ist von Riki Spiess, geborene Mahringer, die nach einer grandiosen sportlichen Karriere als Schirennläuferin, neben unzähligen Siegen unter anderem auch als Sportlerin des Jahres 1951 und Trägerin des „Ski d`Or“ 1954, dem Vorläufer des heutigen Weltcups, in Mayrhofen mit ihrem Mann Ernst jene Kinder-Schischule eröffnete, in der halb Mayrhofen, nein, ganz Mayrhofen, neben den ganzen „Fremden“ natürlich, das Schifahren erlernte, denn wenn sich eine Familie den Schikurs nicht leisten konnte, zeigte sie ihr großes Herz und es hieß, bring die Kinder einfach vorbei. Über sie zu schreiben ist mir mehr als ein Anliegen. Dazu habe ich auch noch von unseren Kindern den Auftrag bekommen, denn sie erinnern sich heute noch daran zurück, wie sie weinten und nachfragten, warum denn an den Samstagen kein Schikurs wäre und warum denn die Tanten überhaupt unbedingt frei haben müssten? Händchen kalt, kein Problem, Tante Riki war da zum Wärmen, nasse Socken und kalte Füße, Tante Riki zauberte Trockenes aus ihrer Schatzkiste, in die Hosen gemacht, kein Problem, Tante Riki hatte Ersatzhosen vorrätig, deswegen traurig, kein Problem, Tante Riki tröstete und war Mamaersatz, schwindende Motivation, Tante Riki wusste, wie man Kinder bei Laune hält. Tante Riki war einfach da und nahm sich Zeit für alles und jeden.

Zudem hatte ich das Glück, mit ihrem Sohn Uli gemeinsam die Schulbank zu drücken. Abgesehen davon, dass sich daraus eine tiefe Freundschaft entwickelte, konnte ich Riki als überaus geduldige und sorgende Mutter kennenlernen. So ist mir die Geschichte in Erinnerung geblieben, als ich als Elfjähriger beim Platzkonzert der Musikkapelle Mayrhofen herumtollte und über eine ziemlich hohe Mauer stürzte. Das aufgeschlagene und sehr stark blutende Knie trug ich nicht etwa nach Hause, nein, Tante Riki war die Lösung. Erstens war sie in ihrer damaligen Gemeindehauswohnung dem Unfallort viel näher und zweitens, ich kann heute nicht mehr sagen, was mehr wog, hatte sie nicht das fürchterlich brennende Jod zum Reinigen der Wunde, sondern irgendein oranges Wässerchen. Pflaster drauf und alles war vergessen.

Liebe Riki, ich wünsche mir, dass sich viele an ihre Begegnungen mit dir erinnern und dir der Herrgott dein übergroßes Herz vergelten wird.

Ich jedenfalls stoße heute auf dich an.

Pfiat di, unvergessene Tante Riki!

Schönen Sonntag!

nichts als heiße luft?

Als letzte Woche der Föhn auf unseren Bergen und in den Wäldern gewütet und zahlreiche Bäume flachgelegt hat, um dann wieder einzuschlafen, dachte ich, das war´s mit dem warmen Wind. Aber weit gefehlt, denn wie das Eine ein Naturphänomen ist, ist die andere heiße Luft ein politisches. Er hat nichts gesagt, aber er hat es hervorragend formuliert. Es ist alles gesagt, aber noch nicht alle haben geredet. Nein, er hat es mir über die Medien ausgerichtet, er hat nicht zuerst mit mir darüber geredet. Ich bin mir nicht ganz sicher, was dem Ansehen Österreichs mehr schadet, wenn man Haltung zeigt oder zu allem und jedem zustimmend nickt. Im Übrigen halte ich derartige zahnlose Absichtserklärungen für heiße Luft und lediglich der Bestätigung für sich selbst dienend, dass man „da oben“ halt nicht ganz umsonst seine steuerfinanzierten Kröten erhält. Dass es den einen oder die andere gibt, die sich den Salär wirklich verdienen möchte ich nicht in Abrede stellen, genauso wie ich auch weiß, dass der Austausch heißer Luft gerade in der Politik wichtig und gut ist, denn mit Reden kommen die Leut´ z´samm und wie mein Vater stets zu sagen pflegte, solange sie miteinander reden, schießen sie nicht aufeinander, aber irgendwann ist ausgeredet.

Nein, wir brauchen da niemanden der es kann, wir können das schon selber, wir sind nämlich Alleskönner. Gut, wenn ich in diesem Zusammenhang an die Umbrüggleralm denke, dann …

Also wenn unsere Hoteliers, die im Übrigen ihr eigenes Geld investieren, auch so tun würden wie die Spezialisten zu Innsbruck, dann gäbe es im Land die halben Hotels nicht und die halbe Welt wäre Pleite. Dass 8 Monate Bauzeit für eine Alm zu kurz sei und deshalb diese exorbitante Baukostenüberschreitung auch erklärbar wären, halte ich schlicht und ergreifend für „heiße Luft“, denn im Zillertal baut man in dieser Zeit zwei Hotels und wenn ebendieser Hotelier erst während der Bauphase draufkommt, was noch alles fehlt, dann kann er in freier Wildbahn wohl nicht lange überleben. Aber der genervte Steuerzahler wird´s schon zahlen und erfahrungsgemäß hält die Erinnerung daran eh nicht bis zum nächsten Wahltag an. Gott sei´s getrommelt und gepfiffen!

Aber die Blödheit zur ixten Potenz ist und bleibt die Auslegung der an sich ja gut gemeinten Datenschutzgrundverordnung.

Ich war kürzlich auf einem Seminar, als der Vortragenden jemanden um seine Telefonnummer bat. Der wunderte sich nach einigen Minuten Internetrecherche später über die an ihn gerichtete Frage, wie es ihm denn in Norwegen gefallen habe und ob er mit seinem Leihwagen zufrieden gewesen sei. Ein Raunen ging durch den Saal, als er ihn zum Schluss fragte, ob er sich auf seinen bereits gebuchten Urlaub in Italien schon freue, denn er habe am soundsovielten ja bereits die Anzahlung überwiesen.

… und wir machen Kindergartenfotos mit Augenbalken??? Da sollte mal der Föhn kommen! Prost – Mahlzeit - Amen!

Schönen Sonntag!

der stolz auf die nation

„Alle Jahre wieder“… kommt wie das Christkind auch der Nationalfeiertag. Der Tag der Fahne, wie er vor 1965 hieß und uns jährlich den Grund lieferte, am Vorabend ordentlich einen hinter die Binde zu gießen, damit man eben dann auch eine Fahne hochhalten konnte. Jener Tag, der durch das Absingen der „Töchterinnen“ Hymne die Nation vereinen und ganz besonders feierlich sein soll und der, Zufall hin oder her, ziemlich knapp am Weltspartag vorbei schrammt. Was wir sparen, wenn der mühsam ersparte Groschen auf der Bank liegend immer weniger wird, weiß ich jetzt auch nicht, aber jedenfalls sind wir stolz. Auf´s Land, auf die Berge, auf unsere Kultur, auf unseren Fleiß und auf weiß Göttin was noch alles, obwohl das Gefühl für Heimat und Treue längst medial schlechtgemacht auf der Müllhalde der heutigen Zeit gelandet sind.

Nun, es mag auch dem Zeitgeist geschuldet sein, wenn in einer Fernsehwerbung die Familie beworben wird und ebendiese dann als junge, zugegebenermaßen sehr hübsche Frau dargestellt wird, die mit ihrem Hund am Bach spielt. Das ist für mich gleichermaßen hirn- wie harmlos, was mir wesentlich mehr Kopfzerbrechen macht ist der Umstand, dass die Jungen nicht mehr wissen, was es heißt, in Frieden leben zu dürfen. Hat doch auch der, der in jeder Schule hängt, gesagt, dass er optimistisch in die Zukunft blickt, sich aber auch Sorgen über die zunehmende Aufrüstung macht. Apropos hängen, als ich vor Urzeiten die HTL Fulpmes besuchte, hing über der Garderobe das Schild: „Nur für Lehrer!“ Als dann eines Tages darunter geschrieben stand: „Auch für Mäntel!“ hatten wir im Handumdrehen die gleiche Stimmung im Haus wie die Metaller bei ihrer Lohnrunde mit Streikabschluss. Doch zurück zum Thema, das mit dem stolz sein macht mir Mühe, denn wohin das Auge blickt wird gestritten, dass die Fetzen fliegen. Es wird alles mies gemacht und Panik verbreitet, Schlagzeilen müssen her und wenn schon niemand ein Massaker verübt hat, dann gibt es ja immer noch das urwichtige Thema, dass die IstmirnichtmehrWurst Conchita es plötzlich als „befremdlich“ empfindet, als Frau wahrgenommen zu werden. Ich weiß jetzt nicht genau, denn in Geschichte habe ich in der Schule nicht besonders gut aufgepasst, aber war es bei den Griechen und den Römern nicht auch so, dass sie, als es ihnen offensichtlich viel zu lange viel zu gut ging, in Dekadenz versanken und ausstarben?

Ich bin jedenfalls stolz darauf, ein Tiroler zu sein und in diesem wunderbaren Land leben zu dürfen, vornedran eine Regierung zu haben, die mit alten Werten wie Heimatliebe oder nicht auf Kosten der nachkommenden Generationen leben Politik macht und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen beliebt ist.

Weit über 800 Tirolerinnen und Tiroler, die sich geduldig um ein Foto mit unserem Landeshauptmann anstellten sind Beweis genug. In diesem Sinne möchte ich heute am Stammtisch mein Glas erheben. Prost!

Schönen Sonntag!

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