"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

"Spare in der Not, da hast du Zeit!"

Jetzt ist doch tatsächlich der Schelling draufgekommen, warum es in Österreich so schwer ist, Arbeitskräfte zu finden. Das Arbeitslosengeld ist zu hoch! Es ist fast so hoch wie das Arbeitseinkommen. No na ned, das hat Herr und Frau Tiroler schon lange gewusst, aber dass sich jetzt ein Politiker traut, das laut zu sagen, grenzt schon an ein Wunder. Wenn ich beim Stempeln gerade mal 200.- Euro weniger bekomme als nach einem ganzen Monat Arbeit, dann stellt sich schon die Motivationsfrage. Klar, wenn man nicht einen Genknick hat und als Buggler geboren wurde, dann ist die Frage durchaus berechtigt, ob man sich wirklich für 200.- Kröten mehr die ganze Freizeit von einem Monat kaputt machen soll, wobei ich mir die Frage stelle, ob nun das Arbeitslosengeld zu hoch oder der Lohn zu niedrig ist. Wäre es nicht höchst an der Zeit endlich das berühmte Ost-West-Gefälle zu korrigieren? Ich verkünde nichts Neues wenn ich feststelle dass wir in Tirol im Schnitt erheblich niedrigere Löhne als in Wien haben. Gut, werden sie sagen, dafür haben wir ja die höheren Lebenshaltungskosten. Vielleicht gehen wir im Westen auch deshalb später in Pension, damit wir am Ende unseres Arbeitslebens annähernd gleich viel verdient haben? Überstunden zu verbieten damit mehr Leute eine Arbeit haben funktioniert auch irgendwie an der Realität vorbei, denn das mag bei einem Industriebetrieb bedingt funktionieren, aber schon bei einem Kellner, der die Allergenerichtlinien vorwärts und rückwärts aufsagen können muss, ist Schluss.

Was ist mit den Banken? Wenn die Geschäfte Gewinne abwerfen, dann sieht der gemeine homo sapiens steuerbrennis keinen müden Cent, denn dann zahlt man sich zu den sowieso schon völlig abgehobenen Gehältern noch Boni in Millionenhöhe aus. Wenn aber Risikogeschäfte in die Hose gehen, dann darf der Kleine dafür blechen obwohl pikanterweise auch dann noch Boni fließen? Darf er da nichts sagen?!?

„Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!“ hat er gesagt, der Herr Finanzminister. Ja weiß er denn nicht, dass man zum Sparen zuerst einmal etwas haben muss. Was bleibt denn zum Sparen übrig, wenn Brot und Milch gekauft, der Bolide getankt, die Hypothek bedient, die Grund- Mehrwert- und Einkommenssteuer überwiesen, Wasserzins, Müll und Kanal ein-, der Urlaub ab-, der nächste an- und die Miete überzahlt … jetzt sind mir die Ersatzworte für „zahlen“ ausgegangen.

Ich jedenfalls nehme zur Kenntnis: „Spare in der Not, denn da hast du Zeit!“

Schönen Sonntag

Benefiz für „Rettet das Kind“ - Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 17. August 20 Uhr im Spiegelzelt vor dem Landestheater in Innsbruck - Eintritt: freiw. Spenden Anmeldung unter office@lachgas.at notwendig!

Gelebte Demokratie

Das Wort „Demokratie“ stammt laut Wikipedia aus dem Altgriechischen, heißt übersetzt „Herrschaft des Staatsvolkes“ und bezeichnet ein politisches System, bei dem die Macht vom Volk ausgeht. So weit so gut und dass jemand der etwas machen will dazu auch die Macht braucht ist mir seit meiner Lehrzeit bei der seligen Hilde Zach klar, aber dass die Herrschaft vom Volk ausgehen soll, entzieht sich zurzeit völlig meinem Verständnis. Haben nicht die Griechen mit „nein“ gestimmt? Ist nicht die Mehrheit des Volkes in ganz Europa dagegen? Ist das gemeine Stimmvieh wirklich so blöd, dass man es nicht direkt fragen kann? Könnte am Ende die ganze Politikverdrossenheit damit zusammenhängen, dass die Parteien zunehmend den Kontakt zum Staatsvolk verloren haben? Könnte das am Ende damit zusammenhängen, dass der eine vom vielen Steuergeld lebt während der andere wegen dem vielen Steuergeld kaum leben kann? Könnte es daran liegen dass sich Schäuble so schwer gegen die Geldverteiler tut oder hängt es am Ende gar damit zusammen, dass der Bundeskanzler wohl besser die Hypo-Griechen in Kärnten besucht hätte als mit seinem Alleingang in ganz Europa für Kopfschütteln zu sorgen? Wie auch immer, endlich hat mir jetzt mein alter Mathelehrer das Griechische System erklärt. Da kommt ein Tourist in ein Hotel, will die Zimmer anschauen und muss als Sicherheitsleistung 100.- Euro hinterlegen. Der Gast verschwindet in den oberen Stockwerken, der Hotelier nimmt den Geldschein und rennt zum Frisör, weil dem schuldet er diese Summe. Der nimmt wiederum den Hunderter, rennt zum Metzger und bezahlt dort seine Schulden in der gleichen Höhe. Der Metzger wieder rennt zum Schuster, dem er ebenfalls 100.- Euro schuldet. Dieser eilt zum Hotel, bezahlt dort die Nächtigungen seiner Verwandtschaft und legt dafür den Geldschein auf den Tresen. In diesem Moment kommt der Gast wieder herunter, nimmt seinen Hunderter und sucht das Weite. Und so haben alle ihre Schulden bezahlt und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

Das Witzige dabei ist, dass das wirklich funktioniert, solange man die Schulden auf den Nettogewinn bezieht und nicht wie die Obrigkeit staatsbürgerbescheißend auf´s BIP, in dem sogar die Schwarzarbeit als eigener Posten geführt wird!

Bezeichnend oder vielleicht sogar selbsterklärend mag die Geschichte der beiden Börsianer sein, die sich über die Schönheit ihrer Frauen streiten. „Hör jetzt auf, deine Frau ist ja unglaublich hässlich!“ „Dafür hab ich sie auch alleine, während du deine Frau mit drei Liebhabern teilen musst!“ „Ach was, mir ist es allemal lieber mit 25 % an einer schönen Sache beteiligt zu sein als mit 100 % an einer hässlichen!“

Schönen Sonntag

Jetzt hab ich´s begriffen

In den letzten Tagen, Wochen und Monaten sind mir viele Gedanken durch den Kopf gegeistert und meine Frau musste mich in den unzähligen schlaflosen Nächten aushalten, wenn ich, geplagt von „wenn, aber, könnte, dürfte, sollte, möglicherweise und weiß keiner oder doch jeder-Berechnungen“ über das Horrorszenario Grexit kein Auge zutun konnte und EU-mäßig, also völlig würde- und planlos in der Wohnung herumirrte. Aber das hat nun, Gottseidank, im Hades oder beim Zeus, alles ein Ende gefunden, denn ich hab´s begriffen und letzten Sonntag in meiner Familie eine Volksbefragung mit dem Ergebnis durchgeführt, dass wir nicht mehr einverstanden sind. Schluss mit den Bedingungen, die uns unsere Terror-Hausbank auf´s Auge drückt. Das Geld wollen diese Verbrecher zurück. Reicht das nicht, dass wir die Kohle überhaupt erst genommen haben? Jetzt können die doch nicht einfach hergehen und sagen, dass sie alles zurück haben wollen? Wo doch jeder weiß, dass wir keine Sorgen hätten, hätten sie uns erst gar keine Kredite gegeben. Und jetzt schauen sie blöd, weil wir einen Schuldenschnitt wollen. Sechzig zu Vierzig ist die Befragung ausgegangen, ob wir uns weiter von unseren Geldgebern unsere Würde nehmen, uns terrorisieren und erpressen lassen. Sechzig zu Vierzig gegen diese Riesensauerei, dass die nicht nur Zinsen, sondern gleich auch die ganze Knete zurück haben wollen. Dabei haben wir doch gesagt, dass wir in hundertfünfzig oder vielleicht auch zweihundert Jahren alles zurückzahlen werden. Dann ist laut Minister Schäuble Puerto Rico in der EU, wir bezahlen in unserem Griechenlandurlaub in Dollar und Athen hat den fünften Flugzeugträger gekauft.

Aber zurück zum aktuellen Thema, ich, mit durch meiner Familien-Volksbefragung geschwellten Brust und mit einem breiten Tsipras-Grinser im Gesicht, rausche durch die marmorbewehrte Säulenhalle des Geldinstitutes meines Misstrauens und erkläre ihnen, dass ich sowieso nichts mehr zurückzahlen werde und sie jetzt unverzüglich und ohne blöde Fragen endlich frischen Zaster herauszurücken hätten. Aber dann ist mir meine Frau in den Rücken gefallen, hat in der Familie eine Abstimmung gemacht, wonach jetzt wieder alle mit den erpresserischen Forderungen der Bank zufrieden sind. Da bin ich sofort mit meinem Motorrad abgehauen und mit meiner Tochter mit der Fähre auf die Gaisalm am Achensee gefahren und habe dem blöden Reporter, der mich dort erkannt hat, ein Veilchen verpassen lassen.

Im Übrigen bin ich noch immer auf der Suche nach jenen europäischen Vollkoffern, die die Griechen trotz der getürkten Zahlen aufgenommen haben. Sollten es vielleicht die Türken mal mit gegriechten Zahlen versuchen?

Schönen Sonntag

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