"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

und was tun wir jetzt

 

Böse Zungen haben gesagt, dass das Abstimmungsverhalten der in Europa lebenden Türken so gewesen sei, als wenn Freilandhühner für eine Käfighaltung stimmen würden. Dass man dem Erdowahn eigentlich dankbar sein müsste, weil jetzt wohl selbst der dümmste aller europäischen Vordenker kapiert haben sollte, dass man die Beitrittsverhandlungen mit dem Osmanischen Reich endlich auch offiziell zu Grabe tragen müsste, ist ein schwacher Trost für das derzeitige Dilemma. „Müsste“ deswegen, weil man sich trotz einer ziemlich sicher kommenden Türkischen Todesstrafe nicht sicher sein kann, dass der eine oder andere Brüsseler Spezialist aus welchen Gründen auch immer, doch noch irgendwas Beitrittswürdiges finden könnte. Freilich gibt es immer Spinner, die engstirnig und verbohrt an irgendwas festhalten, das es schon lange nicht mehr gibt, aber das hat vielleicht mit dem Horizont zu tun, der sich in der Enge der Hirnwindungen festgefressen hat und dem Frosch im Brunnen gleicht, der auch glaubt, das kleine Stückchen Himmel, das er von unten sieht, sei das ganze Universum. Ich selbst wunschglaube ja auch in einem möglicherweise zerfallenden Europa an ein starkes gemeinsames und grenzenloses Tirol. Dem entgegenwirken könnte man nur mit Bildung, was aber in der heutigen Zeit ziemlich schwierig ist, denn seien wir ehrlich, bei den derzeitigen medialen Angeboten bekommt das Wort Flachbildschirm eine ganz eigene Bedeutung. Solange Nacktdating, Gestrandet im Paradies, Genital daneben und Länger die Glocken nicht bimmeln bessere Einschaltquoten haben als Sendungen der Allgemeinbildung oder politische Diskussionsrunden, wird sich da nicht viel tun. Hängt sicherlich auch mit der Eigenwahrnehmung zusammen, denn nicht umsonst sagt man, die Intelligenz wäre jene Eigenschaft des Menschen, die am gerechtesten verteilt sei, weil jeder sich absolut sicher ist, genug davon zu haben.

 

So wie bei Elternsprechtagen, wo es in der Regel ja auch darum geht, die Diskrepanz zwischen der gemessenen und der gefühlten Intelligenz der Schüler auszuloten, was für beide, Eltern wie Lehrer ungemein schwierig ist, weil man sich sehr oft im Bereich der Nano-Intelligenz bewegt.

 

Irgendwie, freilich kann man´s nicht wirklich vergleichen, sehe ich doch ziemlich besorgniserregende Parallelen zu den Dreißigerjahren. Hat man nicht damals auch auf Titanic gemacht, wo der Pianist ja selbst unter Wasser noch weitergespielt haben soll. Jedenfalls ist zu Tode gefürchtet auch nicht gelebt und so freu ich mich jetzt auf meine Moderation des Frühschoppens im Hotel Berghof-Garten in Mayrhofen, wo heute Der harte Kern aufspielt und eine sehr erfolgreiche Zillertal-Messe zu Ende geht.

 

Schönen Sonntag!

 

Ja, ich habe es getan

Ja, ich habe es getan. Und weil ich es getan habe, erspare ich mir dadurch fast vierhundert Euro im Jahr. Ich bin zwar ein bekennender Tiroler Patriot, aber die ständig teurer werdende Heimat kann man sich nur leisten, solange sie man sich noch leisten kann. Im gegenständlichen Fall war ich in Gedanken ganz bei dem Jüdischen Buben in der Internationalen Schule, der auf die mit zehn Euro dotierte Frage des Lehrers, welches denn nun die wichtigste Person gewesen sei, die je auf Gottes Erdboden gelebt habe, mit Jesus Christus geantwortet hatte. Der Lehrer holte ihn an die Tafel, gratulierte ihm zur Antwort und gab ihm die zehn Euro. „Sag, Isaak, du bist doch ein Jude und hast trotzdem meine Frage richtig beantwortet?“ „Ja, Herr Lehrer, im Herzen weiß ich, dass es Moses war, aber Geschäft ist Geschäft!“

Welche Art von Geschäft jenes Richterkollegium betrieben hat, die die Elektroauto´s nicht vom IG-L-Hunderter ausgenommen hat, wird wohl ein Geheimnis der unabhängig geblendeten Justitia bleiben, wobei ich noch Wetten annehme, dass der vermutlich somalische Versuchsvergewaltiger von Innsbruck, den die Polizisten von der Frau herunterzerren mussten, nicht einmal so lange eingesperrt wird, dass er sich an die hervorragende Diät-Küche im Hotel mit den stählernen Vorhängen an der Völserstraße gewöhnen könnte. Was vielleicht nicht jeder weiß, die Köche dort müssen jedem Tierchen sein Bläsierchen aufkochen und der Herr aus Somalia wird vermutlich die eine oder andere von uns mit verständnisvoller Toleranz tolerierte Intoleranz haben. Nicht ganz so verständnisvoll tolerant wäre ich in der Beurteilung, welche hochqualifizierten und -bezahlten Leute in der Causa Grasser am Werk gewesen sein müssen, um für eine Einstellung eines Verfahrens ganze sieben Jahre an Steuergeldern zu verprassen, möchte diese aber angesichts des österlichen Friedens dem geneigten Leser überlassen. Ich fürchte mich vor nicht vielem, aber irgendwie kommt mir wieder Tuxjoch-Heinrich in den Sinn, der immer gesagt hat, sei froh, wenn dir nichts gestohlen wird, denn sonst hast du Probleme mit dem Gericht.

Keine Probleme gibt´s dagegen, wenn man in Gerlos einen Hoteleingang verwüstet und Niederländer ist. Da kann die Polizei effizient und genau ermitteln wie sie will, der Staatsanwältin gehört das Hotel ja nicht.

Und ja, bevor ich´s vergess´, gewechselt hab ich den Strom- und den Gasanbieter und wenn ich die ersparte Summe durch 50 Sonntage dividiere, dann kann ich heute am Stammtisch meine Freunde auf ein Osterei einladen.

Schönen Sonntag und Frohe Ostern!

Franz KAISER Eberharter mit „i hau mi o“ am 22. April um 20 Uhr im Theatersaal des Hotel Tipotsch in Stumm – Karten: 0681/10284804

die Sache mit der Wahrheit

Mit der Wahrheit ist es so ein Ding, denn ziemlich oft ist sie nur eine ziemlich subjektive Sache, weil was für den einen wahr ist, ist für den anderen eben falsch.

Selbst wissenschaftlich anerkannte Erkenntnisse muss man in diesem Kontext betrachten, denn bis auf wenige unwiderlegbare Grundlagen (wer legt das wieder fest?) ist so eine Wahrheit eine Ausnahme, für die es für jeden wissenschaftlichen Experten wieder zehn andere gibt, die genauso fundiert das exakte Gegenteil behaupten. Allen Wahrheiten aber gemeinsam ist die Frage, was nützt uns die Wahrheit, wenn sie uns nichts nützt. Was hilft es, wenn der abgedankte Landesfürst Erwin Pröll die geschützte Werkstätte Staatlicher Rotfunk des gelenkten Journalismus bezichtigt, wenn dann doch absolut nichts geschieht. Abgesehen davon, dass der zwar wahlberechtigte aber zwangsvergebührte Durchschnittsbürger das was weiß ich schon wie lange gewusst hat, erhebt sich die Frage, warum er sich über diese Wahrheit erst jetzt aufgeregt hat, also nachdem er die Macht abgegeben hat. Ist das am Ende gar ein Indiz dafür, welche Macht der ORF wirklich hat, wie stark er in der Lage ist zu manipulieren, Dinge zu verdrehen, Fokusse zu verschieben, nicht über Politik zu berichten, sondern sie zu betreiben? Bräuchte es nach dem Verbot religiöser Zeichen nicht auch dringendst eine Bestimmung, wonach sich etwa ein Nachrichtensprecher eine rote Tulpe ans Revers stecken müsste? Mir fällt jetzt auf der Schnelle kein Nachrichtensprecher ein, der etwas Schwarzes am Sakko tragen müsste.

Was ist nun die Wahrheit? Haben am Ende eigene Leute das Giftgasmassaker in Syrien angerichtet um andere anpatzen zu können? War der amerikanische Schlag gegen die Syrer berechtigt? Stimmt das, dass die Russen zuschauen? Wann setzt der Erdowahn das Osmanische Reich um und wie lange lässt man das wahnsinnige nordkoreanische Baby noch ungestraft Raketen testen?

Alles in allem spüre ich eine Zuspitzung in eine Richtung, wo niemand mehr weiß, was wirklich wahr und was „faked news“ sind. Die hat´s zwar immer schon gegeben, aber seit Trump sind sie offiziell anerkannte Religion. Die ultimative Lösung heißt:

„Wir zetteln einen Krieg an und wir haben auf einen Schlag keine Probleme mehr!“ Nicht, dass mich das bei den derzeit regierenden narzisstischen Machthabern sonderlich wundern würde und dass das nicht gerade wenige Kriegstreiber schon in der Vergangenheit eindrucksvoll erbombt hätten, aber was würde dadurch gelöst?

Vermutlich würde der Schnaps und das Bier am Stammtisch teurer werden, Prost!

Schönen Sonntag!

Franz KAISER Eberharter mit „i hau mi o“ am 22. April um 20 Uhr im Theatersaal des Hotel Tipotsch in Stumm – Karten: 0681/10284804

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