"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Denkmäler, und wer sie bezahlt

Nein, ich möchte an dieser Stelle nicht wieder mit der heiß umfehdeten Büste unseres Walli anfangen, die, oh welch Skandal, auf nämlichen Platz kein Plätzchen finden konnte und ich will auch die Tatsache nicht widerkauen, dass manche Regenten einfach nicht anders können als sich Denkmäler zu bauen. Nur, manche können´s und manche nicht, was an sich noch nicht schlimm wäre, wenn, und damit komme ich zum Punkt, ja wenn diese Denkmäler dann nicht der buggelnde Steuerzahler blechen müsste. Wenn man dann aber erst nach Planungskosten, wo woanders ganze Seilbahnen gebaut werden, draufkommt, dass man langsam Leute bräuchte, die das was sie tun auch können, dann wird´s unappetitlich, denn schließlich geht´s um öffentliches Geld. Man brauche jetzt Bergbahnprofis? Jetzt brauche man sie?? Klar, den Abschleppdienst holt man ja auch erst nachdem es gekracht hat.

Anfang 2016 hieß es, die Stadt investiere 27 Millionen, Ende des Jahres waren es bereits 41 Milliönchen. Anfang 2017 sind´s jetzt 55 Millionen und vielleicht singen wir Ende des Jahres mit dem seligen Udo: „Mit 66 Millionen da fährt die Kofelbahn, mit 66 Millionen hat keiner Spaß daran …!“ Vielleicht macht man´s wie das Land, gründet Kofel 4.0 mit einem töchterlichen Kommunikationsspezialisten und baut mit der IVB ein Innsbruck-Haus, in dem der gemolkene Innsbrucker Managerwurst aus Deutschland vorgesetzt bekommt?

Was trotzdem bleibt ist die Frage nach der Verantwortung. Bei Gelb und Grün ist wie in solchen Fällen üblich, völlige Funkstille, während die Schwarze Neo-Regierungspartei zwar mitstimmt, aber „sicher nicht die Verantwortung für die Mehrkosten übernimmt!“ Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass? Plädiert man auf Unzurechnungsfähigkeit?

Bleibt noch ein ganz interessanter Punkt offen, denn man darf gespannt sein, ob angesichts des schriftlichen Geständnisses, dass man die Planungskosten der Hochbauten so „angepasst“ habe, dass keine EU-weite Ausschreibung erfolgen musste, nicht noch eine europäische Klage nach sich zieht. Gut, das wäre auch kein Beinbruch, denn noch weiß man ja nicht einmal wie der laufende Prozess ausgeht, und damit, ob man denn überhaupt bauen darf.

Wenigstens soll der Streit mit dem Alpenverein wegen der Höhe der Bergstation vor dem Schutzhaus eine Einigung gefunden haben. Angeblich bestens informierte Kreise lassen verlauten, dass man sich bei der Bergstation der neuen Seilbahn auf eine 200 qm große Leinwand geeinigt habe, auf die je nach Wunsch der Schutzhausgäste wahlweise Motive aus dem Himalaya oder der Südsee projiziert werden.

Heute stoße ich beim Stammtisch auf alle Tiroler Seilbahner an, die sich ihre Bahnen selber gezahlt haben!

Schönen Sonntag!

so kann man das nicht sagen

Dass man im Land der unbegrenzten Dummheit einem 5-Jährigen Handschellen angelegt hat ist an Blödheit ja nur durch den völlig ernst gemeinten Erklärungsversuch eines führenden Heimatschützers zu toppen, der im Interview gesagt hat, dass die Gefährlichkeit einer Person nicht von dessen Lebensalter abhängt. So kann man das nicht sagen, sagte jemand, denn vor was sich jemand fürchte, könne man niemandem vorschreiben.

Der Kurz hat gesagt, das Kopftuch geht, das Kreuz bleibt, worauf ein paar Gutmenschen gesagt haben, dass man das so nicht sagen könne. Der Pilz hat gesagt, die Türkei will uns unterwandern und destabilisieren, worauf wieder ein paar Gutmenschen gesagt haben, dass man das so nicht sagen könne. Einer der´s weiß hat gesagt, dass das mit dem Kuschelvollzug in den Gefängnissen so nicht weitergehen könne, worauf eine andere, die es vermutlich nicht weiß, gesagt hat, das könne man so nicht sagen. An die 65 % der Österreicher sagten laut Umfrage, dass sie den Einreisestopp von Trump für richtig hielten, worauf Experten sagten, so könne man das nicht sagen. Wieder andere Experten haben offensichtlich vom Baum der Erkenntnis genascht und, oh Wunder, festgestellt, dass unsere Jugend zu dick sei. Abgesehen davon, dass man das so nicht sagen könne, weil man ja fragen müsse, warum sie zu dick sei, wird man wohl weitere Experten brauchen, die dann feststellen, dass diese Erkenntnis, sagen wir es mal vorsichtig, nicht besonders neu ist, der Durchschnittsbürger aber statt der Augen Kartoffeln im Kopf habe.

Warum bitte kann man „etwas so nicht sagen“, wenn man es aber gerade so gesagt hat? Warum brauchen wir für jeden Blödsinn einen Experten? Wäre es nicht höchst an der Zeit von der Expertise zum Hausverstand zurückzukehren oder kann man das so nicht sagen, weil, weil ... ach das kann ich jetzt so nicht sagen!

Sagen ja genügend andere etwas, wie etwa die Politologen, die Kaffeesudleser der Politik, die mit ihren Aussagen vielleicht nur deswegen daneben lagen, weil die Formulierung zu wenig schwammig war, weil sie es so nicht gesagt haben?

Deutsche Experten haben gesagt, dass Schweinefleisch und Alkohol bei Männern zu über 80 % an deren Herzinfarkten schuld sei. Das mag schon stimmen, aber auch wenn sie das so gesagt haben bin ich froh, dass andere was anderes gesagt haben.

So gibt es bei uns heute einen saftigen Schweinsbraten mit krachender Kruste und ein gutes Gläschen Wein dazu, denn Schweizer Experten haben gesagt, dass Schweinefleisch und Alkohol anscheinend zu über 100 % verhindern, ein islamistischer Terrorist zu werden.

Übrigens Lachen auch, was diese vernagelten islamistischen Vollpfosten ja auch verbieten wollen.

Schönen Sonntag!

es ist beängstigend

Ich muss zugeben, als in Amerika die Präsidentenwahlen anstanden und ich gefragt wurde, ob Mc Donald eine Chance haben würde, habe ich gelacht. Dieses Lachen ist mir gründlich vergangen, denn was dieser Vollkoffer aufführt sucht seinesgleichen im Universum. Noch weitaus weniger zum Lachen finde ich aber, dass offensichtlich niemand im Trump-Land in der Lage ist, dem „make Amerika great again“ zu erklären, dass er nicht Austria bombardieren soll, nur weil er mit dem Premierminister von Australien ein Problem hat. Ich trau im zwar zu, dass er das tut und dann ein schultergezucktes „sorry“ hinterher schickt, aber lustig ist das alles nicht mehr. Irgendwie hat er zwei Spießgesellen im Geiste, denn Putin und Erdowahn, der ja gesagt haben soll, dass er nichts dafür könne, wenn ihn das Volk demokratisch zum Diktator gewählt habe, sind, glaube ich, aus dem selben Holz geschnitzt.

Mir hat einmal ein Professor erklärt, dass der Unterschied zwischen einer Diktatur und einer Demokratie darin besteht, dass in einer Demokratie die Deppen demokratisch gewählt an die Macht kommen.

Von der großen Weltbühne aber jetzt zum heimischen Schmierentheater. Was da in Innsbruck wegen der Feuerwache Wilten abläuft ist grenzgenial. Abgesehen davon, dass im Prüfbericht mit keiner Silbe ein Christoph Platzgummer erwähnt wird, muss man fürchten, dass ein gewisser Für Innsbruck Fähnchenführer schon in diesen jungen Jahren an Alzheimer leidet wenn er nicht mehr weiß, dass er, genauso wie ich damals und auch die heutige Regentin zu Innsbruck die Hand aufgehalten hat. Jetzt einen Schuldigen in der Person des damals weder als Vizebürgermeister noch als Gemeinderat tätig gewesenen Platzgummer´s zu suchen zeugt von einer gewissen Schlichtheit im Geiste. Der geneigte Leser möge mir verzeihen wenn ich in dieser Frage so emotional werde, aber irgendjemand muss doch einmal sagen, dass man sich nicht wundern braucht, was in der Politik herauskommt, wenn Leute, die sich schon in der Privatwirtschaft nicht mit außergewöhnlichem Erfolg bekleckert haben, plötzlich ohne jede Verantwortung, denn wenn etwas in die Hose geht, tritt man halt einfach mit einem adäquaten Ersatzpöstchen zurück, als Mastermind tätig werden und straflos auf honorige Personen losgehen.

Ohne damit ehrlich bemühten Personen zu nahe treten zu wollen sei mir gestattet den Suchenden auf die Sprünge zu helfen und ihnen mitzuteilen, dass jeder, der die damalige Bürgermeisterin gekannt hat weiß, dass sie für solche Grundstücksangelegenheiten keinen Frontman gebraucht hat. Im Gegenteil, jemand, der ihre Ansicht der Dinge nicht vertreten hat, fiel in gnadenlose Ungnade.

Selige Hilde, schau nit oba, denn sonst kommt dir das Grauen!

Schönen Sonntag!

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Montag, 27. Februar 2017

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