"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Das bessere Griechenland!

Eine Bananenrepublik seien wir, hat der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen gesagt, die sich aus der Verantwortung stehlen wolle. Wer´s nicht weiß, der Begriff Bananenrepublik stammt aus Deutschland, war 1984 zum Wort des Jahres nominiert worden und betraf das Kürzel BRD für BananenRepublikDeutschland. Wir seien ein Mini-Griechenland im Herzen Europas meinten gar die Briten. Und da hab ich kein Verständnis mehr, denn von Griechenland sind wir meilenweit weg. Da gibt es große Unterschiede. Freilich haben wir in der Causa Heta genauso wie die Griechen gesagt, dass wir nicht zahlen. Also nicht wir, sondern der Bund und der findet ja, wie wir seit 1809 wissen, in Wien statt. Böse Zungen sagen, dass wir damals schon auf die Falschen geschossen haben. Aber jetzt komme ich zum großen Unterschied, denn wir haben es im Gegensatz zu Zipras und Co. nicht nur gesagt, wir haben auch gleich ein Gesetz dazu gemacht. Jetzt ist der hochgelobte Politik-Senkrechtstarter Schelling angeblich ein Fachmann und hat trotzdem übersehen, dass er mit diesem Gesetz den Finanzplatz Österreich schwerst schädigt, denn wer leiht dem Nachbarn noch Geld, wenn dieser dann von Zeit zu Zeit ein Gesetz verabschiedet, dass er es nicht mehr zurückzahlt. Wenn man entsprechende Gazetten der Finanzwelt durchblättert braucht man kein Fachmann sein um zu erkennen, dass hauptsächlich unsere nördlichen Lieblingsnachbarn den Glauben an die Ösis verloren haben. Könnte uns möglicherweise egal sein, wenn das nicht so einen Rattenschwanz nach sich ziehen würde. Unsere auf dem Weg der Gesundung befindliche Hypo Tirol schrammt hart an einem Downrating durch Moody´s vorbei, nicht zuletzt deswegen, weil die Refinanzierung nicht nur viel schwieriger sondern auch viel teurer geworden ist. Dass unsere Hypo sowieso den Herrschaften in Wien ein Dorn im Auge ist und ich deutliche Anzeichen sehe, dass die Bundesländer abgeschafft werden sollen, bestärkt mich in meiner Ansicht, dass der Förderalismus konsequent zu Grabe getragen wird.

Dazu passt, dass man die Militärmusiken auf Friedhofskapellengröße zusammengestrichen hat. Übrigens muss ich an dieser Stelle Kapellmeister Obstlt. Hannes Apfolterer mit seinen Mannen zum gestrigen Edelweißkonzert gratulieren. Dieser Augen- und Ohrenschmaus ließ mich wenigstens einige Zeit nicht mehr an die uns umgehängten Bananen denken.

Doch zurück zum Thema und zu der Besorgnis erregend wachsenden Politikverdrossenheit. Ich habe nichts dagegen, dass wir den Osten durchfüttern, aber heißt es nicht, wer zahlt schafft an? Das mit breiter Schulter in Wien vorgetragen wäre vielleicht der Anstoß zur Trendwende. Walli schau oba!

Am Volk vorbei...

Nein, wundern braucht sich keiner mehr. Wundern, dass die Leute von der Politik die Schnauze gestrichen voll haben. Was uns die Wiener SPÖ wieder vorgeführt hat, ist an Ignoranz dem Volk gegenüber nicht zu überbieten. Ich möchte gar zu gerne wissen, was man dem Grünen Gemeinderat Senol Akkilic, der bisher nur durch eine in Türkisch gehaltene Rede im Gemeinderat aufgefallen ist, versprochen hat, damit er die Seiten wechselt und dem Politfuchs Häupl diesen moralisch höchst bedenklichen Coup und dadurch letztendlich auch den Machterhalt der SPÖ in Wien erst ermöglicht hat. Eigentlich sind solche Aktionen schade, denn es gibt genügend Politiker, die wirklich für das Volk und nicht daran vorbei etwas bewegen wollen. Freilich kann nur der etwas machen, der auch die Macht dazu hat, aber wenn sich die Macht verselbständigt wird´s bedenklich. Am Zwangsgebühren zahlenden Volk vorbei geht jedenfalls auch die geplante ORF-Reform. Ich werde es schon nicht verstehen, aber kosten uns mehr Chef´s nicht auch mehr Geld? Aber wir brauchen nicht nach Wien zu schauen. Am Volk vorbei und jedenfalls auch an den Flüchtlingen vorbei geht meiner Meinung nach die Entscheidung, durch Containerdörfer in Tirol neue Ghettos zu schaffen. Abgesehen davon, dass St. Gertraudi bald mehr Flüchtlinge als Einwohner hat, ist zu hinterfragen, wo die Solidarität der anderen Gemeinden in Tirol bleibt? Sollten Zurufer von außen nicht besser auch für Flüchtlinge Platz schaffen oder gilt das Floriani-Prinzip? 2001 hat man im „Prockschen drüberfahren“ den „Geirer´n“ versprochen, dass es nie mehr als 50 Flüchtlinge sein würden. Zurzeit sind es 70, von den versprochenen „fast nur Familien“ sind über 80 % Männer und von der angekündigten Rundumbetreuung nur noch die übliche Amtszeit Montag bis Freitag übrig geblieben. Würde Integration in kleineren Einheiten nicht besser funktionieren? Freilich kostet das auch mehr Geld, aber müssten für die dadurch entstehenden Mehrkosten nicht längst jene Europäischen Länder zur Kasse gebeten werden, die mit der Flüchtlingsproblematik „gar nichts am Hut“ haben. Vielleicht könnte man ein Gesetz verabschieden, das Flüchtlingen das Flüchten verbietet? Vielleicht örtlich und zeitlich begrenzt? Bei den Bettlern in Innsbruck hat das offensichtlich schon gewirkt, wie das Foto von der „Hokus Pokus“ Abschlussparty im Freien Königreich Schneekarhütte am Penken in Mayrhofen zeigt. „Für sechs arme geschiedene Musiker, Häuta!“ Wer´s nicht weiß, als „Häuta“ bezeichnet man im Volke einen äußerst bedauernswerten Menschen.

Ich werde heute am Kirchenvolk vorbei zum Kramerwirt-Stammtisch eilen und darauf anstoßen, dass wir keine „Häuta“ sind.

Schönen Sonntag!

Die Steuerreform

„Jüle, wo versteckst denn du das Schwarzgeld?“ fragt eine Hotelierin die andere. „Unter dem Kopfpolster!“ meint diese, worauf die süffisante Antwort kommt: „Mein Gott, so hoch kannt i nit schlafen!“ Mit der Steuerreform und der damit verbundenen Offenlegung aller Bankkonten wird’s wohl wirklich so werden, dass man Steuersünder schon am steifen Genick erkennen kann. „Die Unternehmer sind alles Verbrecher“, meinte kürzlich ein Arbeiter in einer Diskussion, „und jetzt haben sie es sogar schriftlich vorliegen. Steuerhinterziehung geht bei uns Arbeitnehmern gar nicht, weil uns die von vorn herein einfach vom Lohn abgezogen wird.“ Auf die Frage, wie er ohne Schwarzarbeit bei einem Lohn von gerade mal 1.400.- Euro, mit Frau, Kind, Hund, Auto und Jahresurlaub am Meer sein Häuschen gebaut hat, wurde er etwas nachdenklich. Also ich bin in Finanzfragen voll und ganz auf meinen Steuerberater angewiesen und so glaube ich dem Helmut auch, dass man seinen Finanzhaushalt auf Dauer nur über die Ausgabenseite in Ordnung bringen kann. Also wie wär´s, wenn der Finanzminister da einmal anfangen würde und vielleicht eine Kommission für uns Steuerzahldeppen ausrechnen ließe, wie kostbar jedes einzelne Wort aus dem Munde unseres Herrn Bundespräsidenten ist. Wenn wir so am Hungertuch nagen, warum muss dann immer noch die Mehrheit für eine Minderheit die Bundestheater finanzieren?

Warum geben wir in Österreich laut Statistik für die öffentliche Ordnung und Sicherheit 3 Prozent aus während die Verwaltung inklusive Zinszahlungen 13 Prozent verschlingt?

Was denkt sich der Wiener Bürgermeister, wenn er den Finanzminister wissen lässt, dass diesen das Pensionssystem in Wien nichts angehe? Sollten wir es ihm nachmachen und einfach „Häuptl´n“? Wer kann mir erklären, zu welchem Zweck wir so viele verschiedene Krankenkassen brauchen, von denen anscheinend keine ein Geld hat und trotzdem in Protzburgen residiert? Fragen über Fragen und die einzige Antwort darauf ist die Registrierkassenpflicht? Zu guter Letzt noch die Bestimmung, dass bei Schenkungen in Zukunft für den tatsächlichen Verkehrswert geblecht werden muss. Dass wir in Tirol da wieder einmal die Vollpfosten sind ist eh klar. Aber dafür ist ja die Lebenshaltung teurer und wir verdienen weniger. Und damit sich wieder ein paar über diese Zeilen aufregen können:

„Meine Villa ist sicher mehr wert als deine!“ so ein auf Südfrüchteimport spezialisierter Türke zum Starchirurgen. „Wie kommst du darauf, wir haben beide ein völlig identes Anwesen?“ „Tja, wenn ich meine Bude verkaufen will, kann ich schreiben, verkaufe Villa am See und habe berühmten Arzt als Nachbarn. Was schreibst du?“

Schönen Sonntag!

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