"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

dieser unglaublich lustige Fasching

Die Kärntner behaupten zwar, dass der Fasching ebenda in Fasching, einer zu Feldkirchen gehörenden Gemeinde mit 14 Einwohnern, zu Hause sei und verweisen in diesem Zusammenhang auf die lange Tradition des Villacher Faschings, der 1867 erstmals urkundlich erwähnt wurde, aber Wikipedia verrät mir, dass bereits in grauer Vorzeit schon an einigen Tagen im Jahr die Sklaven den Herrschenden gleichgestellt waren. Und damit komme ich auch schon zum Kern der Sache, dem unglaublich lustigen Fasching.

Nachdem der Unsinnige-Donnerstag mit dem Schleierkraut-Opernball und dem mir unheimlichen, lustigen Moderatorenpärchen WeixlAlfons ausgehalten, der Kopfweh-Freitag und der narrisch guate Samstag vorbei sind und die Nachwehen vom Ball der Tiroler Wirtschaft beim dritten schwarzen Kaffee langsam abklingen, kommt wieder die Zeit, in der man die durch das unheimlich lustige Lachen entgleisten Gesichtszüge wieder auf Schiene bringt. Die Zeit, in der die unheimlich lustigen Narren, über die man ein paar Wochen lachen konnte, das Zepter wieder an jene Narren abgeben, deren Blödheiten uns das ganze restliche Jahr über mehr unheimlich als zum Lachen sind. Doch zunächst gilt es noch den unheimlich lustigen Faschingsdienstag und am Mittwoch das Fastenzeitbeginns-Heringsfressgelage zu überleben. Ich weiß ja noch gar nicht, als was ich am Dienstag gehen soll. Vielleicht wie vor fünfzig Jahren als Pirat, Seeräuber oder irgendein anderer Retter der Menschheit? Man verkleidete sich in der Regel ja als das, was man gerne gewesen wäre. So gesehen müsste mancher als Lottogewinner gehen oder als Bürgermeisterkandidat? Am Ende blicke ich der Wahrheit ins triste Auge und gehe als verarschter steuerzahlender und sich an Gesetze haltender Volltrottel? Letzteres hätte den Vorteil, dass ich mich nicht zu verkleiden bräuchte, aber darüber kann ich schon gar nicht mehr lachen. Überhaupt hat sich mein Humor verändert, ich bin nicht mehr „en vogue“, wie der englische Lateiner zu sagen pflegt, ich kann zum Beispiel überhaupt nichts Lustiges daran finden, wenn ein als Araber verkleideter Mann einen schwarzen, prall gefüllten Rucksack in ein Geschäft wirft und davonläuft. Es mag lustig ausschauen, wenn Menschen in Panik davonrennen, über Zäune springen und in Gewässer hechten, aber lachen kann ich darüber nicht. Lachen könnte ich, wenn sie den unheimlich lustigen Humoristen, der durch seine Bombendrohung in Kärnten aus der Premiere von Madame Butterfly eine Evakuierungsübung gemacht hat, möglichst bald an seinen Testikeln hätten.

Schönen Sonntag!

Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 20. Feber um 20 Uhr im Kulturzentrum Ladis. Tickets bei der Gemeinde Ladis Tel: 05472 6612.

von ideen und genialen Einfällen

Bei den genialen Einfällen, so dachte ich mir, wäre der Gipfel mit dem Slogan „Fleischkäsesemmel ohne Fleischkäse“ erreicht, weil ohne Fleischkäse ist es halt keines mehr, aber weit gefehlt, denn beim größten Schigebiet Österreichs kann man jetzt Schifahren im „Home of lässig!“ Es mag sein, dass diese Idee dem Nachtröpfeln im postkoitalen Zustand der geistigen Umnachtung geschuldet ist, aber kann mir jemand sagen, um welche lebende Sprache es sich da handelt? Kaum habe ich diesen Schock überwunden, demontieren sie doch glatt das „Grüß Göttin“, und als ob das nicht schon Seelenschmerz genug wäre, werfen sie auch noch die Brigitte Nielsen aus dem Dschungelcamp. Mit was schlag ich nun die Zeit tot? Bauer sucht Frau ist nicht unbedingt mein Ding, denn ich hab kein Internet und keine Fernsehshow gebraucht, ich hab meine Frau noch ganz normal beim Kartenspielen gewonnen. Als gelernter Voyeur, schließlich war ich ja einmal Drogenfahnder, schau ich mir regelmäßig den Bachelor an. Ich möchte einfach die Stelle nicht versäumen, wo die Südring-erprobte Polizei den liebesgeschwängerten Ort der offensichtlichen Prostitution stürmt und wir endlich erfahren, dass der Zuhälter der Mädchen nun endlich gefasst ist. Aber Sex sell´s und Geld heilt alle Wunden. Manchmal allerdings reißt Geld Wunden auf. So geschehen in Mayrhofen, wo man den Gästen nur sehr schwer erklären kann, dass sie, wenn sie auf dem Parkplatz der Ahornbahn parken, dort den Skipass kaufen, dann aber nicht mit der Ahornbahn, sondern mit der ein paar Gehminuten entfernten Penkenbahn hinauffahren, beim Verlassen des Parkplatzes noch einmal 15.- Euro Parkgebühr bezahlen müssen, weil sie nicht wissen können, dass zwar beide Bahnen dem gleichen Unternehmen gehören, sie aber nur gratis parken dürfen, wenn sie auch mit der Ahornbahn hinauffahren. Natürlich, aus Bankensicht, und die sind schließlich die Mehrheitseigentümer, passt das alles hervorragend, denn Gewinn ist Gewinn, und die Gäste gehen uns gar nichts an, weil wenn wir die Mayrhofner Gäste nicht mehr melken können, weil sie sich einfach nicht mehr melken lassen wollen und deshalb nicht mehr kommen, dann, dann, also dann, ach was, dann verkaufen wir halt die Bahn einfach an den Meistbietenden, vielleicht einem reichen Araber oder Russen, weil hinter uns die Sintflut.

Wenn unsere Tourismuspioniere so gehandelt hätten, dann bräuchten wir heute weder eine Ahorn- noch eine Penkenbahn und wir hätten im Tal keinen Stau. Zumindest nicht auf der Straße sondern vor dem Arbeitsamt. Aber man muss es schon auch positiv sehen, wir hätten dann unberührte Natur im Überfluss und darauf gebe ich heute eine Stammtischrunde aus!

Schönen Sonntag!

verdient man was man verdient?

Komisch eigentlich, bei der Frage: „Was verdienst du denn?“ zucken die Meisten zusammen und verkriechen sich schüchtern mit hochgezogenen Schultern ins Schneckenhäuschen. Man scheut sich Zahlen zu nennen, druckst herum, die einen vielleicht, weil sie im innersten Herzen nicht glauben können, dass sie das was sie verdient haben wirklich verdient haben und die anderen, weil dann Möglicherweise die Frage auftauchen würde: „Ja, wie kannst du dir bei dem Verdienst Auto, Motorrad und zwei Jahresurlaube leisten?“ Die Ami´s dagegen würden am liebsten ihren Jahresverdienst auf die Visitenkarte drucken, denn schließlich ist der Verdienst der Spiegel des Könnens oder zumindest ein Zeichen, dass man sich verdient hat was man verdient. Halt, werden sie sagen, das stimmt schon einmal hinten und vorne nicht, denn ich kann auf der Stelle mindestens zehn Leute aufzählen, die sich das verdiente Geld absolut nicht verdient haben. Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit, in den Tiroler Röhrenwerken, die sich, Gott sei´s gepriesen, wieder in Tiroler Hand befinden, an einer Werksführung teilzunehmen und festzustellen, dass jeder sich an seinem Arbeitsplatz bemühen muss, damit das Werkl läuft und alle das verdienen können was sie verdienen. Dass das je nach Können und Position mehr oder weniger ist, ist an sich kein Problem, solange es nachvollziehbar ist und sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt. Womit ich beim Kern der Sache bin und mir die Frage stelle, was jemand können muss, dass er sich 933.- Euro wirklich verdient. Nein, ich meine nicht im Monat, ich rede von 933.- Euro pro Tag und das 365 Tage im Jahr, noch nicht hinzugezählt die horrenden Reisespesen, Sekretärin und Fahrer samt Dienstkarosse. Und ich rede hier nicht von der Privatwirtschaft, nein, ich rede von unserem Steuergeld, das, obwohl wir gemolken werden, dass die Euter rauchen, trotzdem vorne und hinten nicht reicht und das wir weiter hinauswerfen als ob uns das Morgen nichts anginge. Ich rede vom BuPrä, man verzeihe mir diese Abkürzung, aber der Platz in der Krone ist knapp und irgendwer muss ja einmal sparen anfangen. Könnte man sich nicht überhaupt den ganzen Wahlkampf sparen? Alle Kandidaten einmal zusammen auf die Bühne, jeder soll erklären, warum er verdient als BuPrä das zu verdienen was er verdient und wir klicken dann „gefällt mir“. Aber eher wird darüber nachgedacht, warum denn der BuPrä, wenn er schon mehr verdient als der Ami, nicht auch ein Flugzeug haben soll.

Vielleicht sollten wir mit dem Gelddrucken anfangen und das nicht den Fälschern überlassen.

Im Übrigen ist es nun amtlich, die meisten falschen Fuffzger gibt´s in Wien J

Schönen Sonntag!

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Samstag, 20. Februar 2016

Ort: Ladis
Wo: Kulturzentrum
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