"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

von Zaster, Kohlen und moneten

Wenn die Eva im Paradies eine Zillertalerin gewesen wäre, so sagt man uns Zillertalern nach, so wären wir noch alle im Paradies, denn die hätte den Apfel nicht verschenkt sondern verkauft. Nun tendiere ich in Geldangelegenheiten absolut nicht in diese Richtung was vielleicht an der etwas verbogenen Ahnenlinie in Richtung Süden liegen könnte. Obwohl man den Südtirolern, wenigstens Gebietsweise, ähnliche Eigenschaften nachsagt. Ich glaube vielmehr, dass meine Einstellung zum Geld meiner altersbedingten Erkenntnis geschuldet ist, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. Beides zusammen mag der Grund sein, dass ich vieles rund um Zaster, Kohlen und Moneten nicht verstehe. Dass zum Beispiel die Bosse von VW heuer keine Boni-Zahlungen bekommen halte ich für nichts anderes als nur recht und billig, aber kann mir jemand erklären, warum so etwas in Österreich nie passieren würde? Hierzulande entlässt man zuerst hunderte Arbeiter oder bittet den Steuerzahler zur Kasse bevor man Sonderzahlungen für die Chefetage kürzt. Liegt das an der höheren Hemmungslosigkeit oben oder an der höheren Leidensfähigkeit unten?

Wenn unser aller Liebling Armin in der ZIB 2, der normalerweise Interviewpartner vor laufender Kamera frisst, den willfährigen Zentralisierungslobbyisten und Chef der Finanzmarktaufsicht mit Zuckerwatte bewirft, dann möchte ich furchtbar gerne den Grund dafür kennen. Hat möglicherweise nur der Wolf Kreide gegessen, will man dem roten Genossen nicht zu nahe treten oder wird uns kleinen Dummerchen da etwas verheimlicht? Nein, da fragen sie den Falschen, wir gehen nur den Kleinen auf den Sack, panamesisch können wir gar nicht. Wer wird da von wem geschont? Warum kaufen wir nicht so wie die Deutschen gestohlene Steuerdaten? Wiegt der Datenklau rechtlich mehr als der Beschiss des Staates? Wird die Steuerschonung (wer hat dieses Wort erfunden?) erst ab ein paar Milliönchen zum Kavaliersdelikt und sollte nicht gerade die FMA solche Schlupflöcher aufzeigen? Fragen über Fragen und keine Antworten.

Doch es gibt auch positive Meldungen. Die ÖBB hat stolz einen Vorsteuergewinn von 66,5 Millionen Euro verkündet. Gut, man hat zwar ein paar Güterwaggons an Tochterfirmen verkauft und das Pensionsantrittsalter auf durchschnittlich immerhin 59,4 Jahre angehoben, aber konkrete Auswirkungen hatte die Zunahme der Geldflüsse aus öffentlicher Hand, die inzwischen 2.482.000.000.- Euro ausmachen.

Ich musste die Zahl ausschreiben, weil ich die vielen Nullen so gerne sehe.

Und jetzt werde ich schauen, ob mir am Stammtisch einer erklären kann, welche Null mit diesen Zuschüssen und 18.400.000.000.- Euro Nettoschulden einen Gewinn verkünden kann?!?

Schönen Wahlsonntag!

Pressefreiheit oder Freiheit der Presse?

Nicht dass mir der Böhmermann leid tut, denn ich denke, dass Satire auch ein klitzekleines Restchen von Anstand, Moral und gutem Geschmack haben sollte, aber ob die deutsche Reaktion das richtige Zeichen war, die Pressefreiheit als „unverhandelbar“ darzustellen, wage ich zu bezweifeln. Abgesehen davon, dass Anstand, Moral und guter Geschmack in keinem Gesetz verankert werden können weil es für sie keine Normen wie für Gurken oder Bananen gibt, stelle ich schon fest, dass speziell bei den Deutschen Witzlingen, allein der Begriff Deutscher Comedian ist ja schon Realsatire, eine Verschiebung der berühmten Gürtellinie bis weit unter die Knie feststellbar ist. Aber dass er dafür in den Knast gehen soll halte ich schlichtweg für übertrieben. Wer weiß, vielleicht gibt es am Ende noch ein Türkisches Auslieferungsansuchen? Schließlich käme es bei über zweitausend laufenden Verfahren gegen die Pressefreiheit im EU-Erweiterungshoffnungsgebiet auf eines mehr nicht an. Die einzig echte Satire in dieser ganzen Beleidigungsgeschichte gegen den mir überaus sympathischen, demokratischen und volksliebenden Erdogan ist für mich allerdings der Umstand, dass es in Deutschland den Paragraf 103 des Strafgesetzbuches gibt, der die Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten unter Strafe stellt und die ganze Welt gespannt auf die Mutter Deutscher Nation blickte, ob sie nach Paragraf 104a auch zum Halali auf die Pressefreiheit bläst oder nicht. Nun ist sie eingeknickt und man darf den merkelschen Spagat bewundern, einerseits dieses Gesetz aus Kaiserszeiten abschaffen aber andererseits ihren Flüchtlingsabschmetterungspartner nicht verärgern zu wollen. Vorsicht ist angebracht Frau Merkel, denn wer sich mit Hunden ins Bett legt darf sich nicht wundern wenn er mit Flöhen aufwacht!

Doch so wichtig die Pressefreiheit ist, so genau gehört auch auf die Freiheit der Presse geschaut. So wichtig es ist über alles frei berichten zu dürfen, so wichtig ist es das auch vollinhaltlich zu tun. So wichtig es ist möglichst alle Meinungen abzudecken, so wichtig ist es auch, dem Volk sich seine eigene Meinung bilden zu lassen. In diesem Zusammenhang halte ich es für sehr löblich, auch wenn die Führungsetage unseres Rotfunk-Bezahlsenders vielleicht die Pressefreiheit mit der Freiheit der Presse verwechselt, uns das Denken abzunehmen und zu entscheiden, uns einem vom Volk legitimierten Bundespräsidentschaftskandidaten wegen „mangelnder journalistischer Relevanz“ in Diskussionen zu ersparen.

Auch wenn ich nicht denken soll denke ich, dass ich mir heute beim Stammtisch zum Bier auch noch ein Schnäpschen genehmigen werde. Prost!

Schönen Sonntag!

Das Team mach es aus

„Weiß nicht?“ „Sag du´s mir?“ „Wegen der Verfassung!“ „Einer muss doch der oberste Chef des Restlbundesheeres sein!“ „Kannst du mich bitte etwas anderes fragen?“ So lauteten einige der erbetenen schnellen Antworten auf meine schnelle Frage: „Für was brauchen wir eigentlich einen Bundespräsidenten?“, anlässlich des Wahlkampfauftaktes von Andras und Heidi Khol im Congress Innsbruck. Ja, sie haben richtig gelesen, Andreas und Heidi, denn das genau hat mich bewogen, nun doch am 24. April zur Wahlurne zu schreiten. Das Team macht es aus und so heißt es nicht umsonst, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht. Als selbst ein Dinosaurier des Ehestandes finde ich es bewundernswert und als ein starkes Zeichen einer heute ziemlich selten gewordenen Stabilität, wie sie sich nach sechs Kindern und fünfzehn Enkelkindern gegenseitig ergänzen. Und so muss ich mich dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer anschließen, der in seiner Rede meinte, er würde Heidi Khol wählen, wenn es denn nur ginge. Heidi Khol als First Lady Österreichs in der Hofburg, das hat was. Das hat nämlich etwas, was die anderen nicht haben. Dass wir regierungsauflösende, grenzzaunniederreissende und Gesetze missachtende Träumer genau so wenig brauchen wie Angstmacher oder Kasperl´n ist für mich klar. Genauso wenig kann ich mich damit anfreunden, dass jemand unser Österreich repräsentieren soll, der zum Lachen in den Keller geht. Bleibt die Frage nach dem Alter und der Erfahrung. Ein Junger würde mir schon auch gefallen, aber sehen wir es pragmatisch, nach spätestens zwölf Jahren ist Schluss und dann haben wir, wissenschaftlich belegt, ziemlich lange einen ziemlich teuren Frühpensionisten. Außerdem wird´s bei der Erfahrung hapern, denn wie ich selber an mir erfahren konnte kommt die Erfahrung halt leider erst mit dem Alter und damit verbunden die Erkenntnis, dass man sehr viele Fehler gerade deshalb vermeidet, weil man sie früher schon einmal gemacht hat. Wenn man nun davon ausgeht, dass aus einem Amt nur der etwas machen kann der es bekleidet, bin ich wie Khol der Meinung, dass ein Präsident einem Kanzler, dem man unter´m Gehen die Schuhe flicken kann, nicht acht Monate beim Märkelbewundern zuschauen muss.

So wünsche ich mir an der Staatsspitze jemanden mit Rückgrat und Mut. Jemanden, der seine Stabilität aus dem Team bezieht und nicht zuletzt auch entschlossen gegen die Europäischen Grünen auftritt, die wie ich lese, Volksabstimmungen und am Ende vielleicht sogar unsere Stammtische verbieten wollen!

Schönen Sonntag!

Lachgas Franz mit „endlich 60“ am 14. April um 20 Uhr im Kulturhaus in Reith bei Kitzbühel. Gemeinde Reith 05356/65410 oder TVB Kitzbühel 05356/6666

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