"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

wenn ich´s nicht tu...

„Wenn ich´s nicht tu, dann tut´s halt ein anderer!“ Ein beliebter Spruch für unser Gewissen obwohl man haargenau weiß, dass das was man tut, wenn auch vielleicht strafrechtlich noch gar nicht relevant doch zumindest moralisch höchst verwerflich ist. Wenn ein Wiener Spitzenbeamter, und dieser Titel bezieht sich in diesem Fall wirklich nur auf den spitzenmäßigen Gehalt, im Jahr 260.000.- Euro verdient … nein, halt, verdienen kann er das nicht, also erhält, dann ist das zwar rechtens, weil diesen Bezug ja irgendwann irgendwer einmal beschlossen haben muss, aber moralisch äußerst bedenklich, denn er hat als Beamter Nullkommanull Risiko. Im Übrigen kann ich dem dazu gehörigen Wiener Argument, dass er so viel verdienen müsse, damit er nicht bestechlich sei, nur ein müdes Lächeln abgewinnen.

Aber „Wenn ich´s nicht kassier, dann tut´s halt ein anderer!“ werden sich auch die kürzlich in Innsbruck dingfest gemachten Dealer gedacht haben, die Kiloweise Suchtgift ins Land geschmuggelt haben. Und damit komme ich auch schon zur Erweiterung der heutigen Überschrift: „Wenn ich´s nicht tu, dann tut´s keiner!“ Dass Kurz schärfere Strafen bei Gewaltdelikten fordert finde ich deutlich nachvollziehbarer als die Aussage des Richter-Präsi dazu, dass es bei Strafen eben auch um die Generalprävention gehe und diese bei Gewaltdelikten, bei denen der Täter ja aus Emotionen heraus geleitet würde, nicht greife. Könnte lustig sein, ist es aber nicht, denn wenn der Mörder des eigenen Kindes nach ein paar Jährchen Knast wieder grinsend am Nebentisch sitzen könnte, lacht man nur noch auf den Stockzähnen. Kann man eigentlich eher den unabhängigen Richter oder eher den Sachverständigen haftbar machen, wenn der vorzeitig aus der Haft entlassene erfolgreich Resozialisierte wieder „nur“ aus einer Emotion heraus handelt?

Aber lassen sie mich von dieser Kluft zwischen Studium und Hausverstand zu einem anderen Thema kommen.

Etwas, das mir partout nicht mehr aus dem Sinn gehen will sind die Fibronil-Eier. Sie wissen schon, diese mit Insektengift versetzten Eierchen aus Eu-geförderter Kleinbauern-Freilandhaltung in Belgien und den Niederlanden. Abgesehen davon,

dass das Fibronil in den Eiern, und ich habe das im Selbstversuch getestet, gegen Stechmücken und Zeckenbefall völlig wirkungslos war, müsste man angeblich an die vierundzwanzig Stück verdrücken, bevor man mit Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen rechnen könne und damit einer Sammelklage nichts mehr im Wege stünde. Ich überlege schon die ganze Zeit was in den von meinem EU-ungeförderten Tuxer-Hennenbauern ins Haus gelieferten Eiern drin sein könnte, wenn mir bereits nach fünfzehn Stück hinuntergewürgten, man verzeihe mir diesen Ausdruck, aber wer einmal versucht hat mehr als zehn solcher Eier am Stück zu essen, weiß wovon ich rede, schlecht wird.

Da lob ich mir heute am Stammtisch beim Kramerwirt ein hausgemachtes Würstl, denn Frankfurter darf er sie nicht nennenJ

Schönen Sonntag!

ach wie gut dass niemand weiß...

Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß! Nach den ganzen Quereinsteigern werden die Parteigranden samt Berater nach Sportlern und Wissenschaftlern wohl bald auch auf Rumpelstilzchen und Schneewittchen zurückgreifen müssen um den verfahrenen Karren irgendwie aus dem Dreck zu zerren.

Wenn man den ganzen kriminellen Sumpf rund um die Politik beobachtet wäre vielleicht die Panzerknacker-Bande eine Option oder im Hinblick auf die „holen sie sich, was ihnen zusteht“ Mentalität die Dalton-Brüder. Wem nun was wirklich „zusteht“ könnte man ja von einem Jedi-Ritter aus Star Wars auf Listenplatz 3 beurteilen lassen, oder sollte man wegen dem Reizverdruß-System hinter dem Gerloser Ur-Franz besser Prinzessin Leia nehmen? Aber vom Franz zurück zum Ernst, denn ob das was da abgeht, und das meine ich selbst bei wohlwollendster Betrachtung des in dieser traurigen Zeit nicht hoch genug einzuschätzenden Unterhaltungswertes, der Politik wirklich dienlich ist, wage ich zu bezweifeln. Nicht, dass sich Superheldin, Märchenprinz und Co in ihrer politischen Ahnungslosigkeit durchaus mit bereits agierenden Mandatsinhabern messen könnten und das daher absolut nichts Neues wäre, erhebt sich die Frage, was man tun will, wenn offensichtlich langsam der Reißverschluss klemmt, weil die dafür notwendigen Kandidatinnen zurücktreten? Schade, dass man nicht Kinder und Hunde nominieren kann, denn dass das funktioniert hat man im Showbiz längst erkannt und bewiesen. Eine Alternative wären möglicherweise die tapferen Mädl´s unserer Fußball-National-Frauenschaft, denn die wären das Hin- und Hertreten gewöhnt. Aber werden die Fan´s alle wählen gehen und hält die Euphorie bis in die Wahlzelle? Was sagen die Umfragen? Fragen über Fragen, und so sehe ich es durchaus positiv, dass die Ministerin Karmasin wieder in ihren alten Job zurückkehrt, denn dann gibt´s wieder einen mehr, der die Flöhe husten sieht und das Gras wachsen hört und die nicht zu beantwortenden Fragen auch wieder nicht beantworten kann. Himmel, was gäbe ich für Politiker, die ihre Entscheidungen nicht von irgendwelchen Umfragen abhängig machen würden. Aber es ist nicht einfach, denn wer will schon in die Politik gehen, wenn er zuerst seine Firma verkaufen muss und von dem erwartet wird, dass er nach seiner politischen Karriere unter einer Brücke schläft. Anderen geht’s aber auch nicht anders und wenn jemand glaubt, dass man allein durch eine feurige Rede die Genossen wieder auf Linie bringen kann, der kann sicher auch darüber nachdenken, wie sich Christkind und Nikolaus auf einer Liste machen würden. Was bleibt und für den einen oder anderen Mandatswerbling durchaus tröstlich sein mag ist die Tatsache, dass bei ganz tief stehender Sonne auch die kleinsten Leute lange Schatten werfen. Und eh ich´s vergess´, das ganze Geschreibsel gilt natürlich dem Vorwort des Strafgesetzbuches geschuldet für Männlein und Weiblein gleichermaßen!

Warum man das nicht überall machen kann wird wohl eines der Geheimnisse des Genderwahn´s bleiben.

Schönen Sonntag!

selig die Kümmerer

Was täten wir nur, wenn wir die Kümmerer nicht hätten, jene Mitglieder unserer Gesellschaft, die sich um alles kümmern? So ist ein umsichtiger und engagierter Obmann der sich um alles kümmert, für einen Verein ein Segen, während, und jetzt komme ich zum Grund meiner Blutdruck-Erhöhung, es umso lästiger ist, wenn sich Kümmerer in verschiedenen Ländern ganz verschieden um gleiche Dinge kümmern. So kümmert es in Brüssel niemanden, wenn es in Sichtweite vom EU-Parlament Restaurants gibt, die mit einem einzigen Klo für Männlein und Weiblein ihr Auskommen finden, während bei uns auf jeder Alm Männlein, Weiblein, Behinderter und Angestellter, jeder auf seinem eigenen Lokus sitzt, weil sich um unsere „Laben“ unsere eigenen Kümmerer mehr gekümmert haben als die Europäischen. Dass wir dringendst etwas für unseren Planeten tun müssen leuchtet auch mir ein, aber sollten diese Kümmerer nicht langsam Chinesisch lernen? Weil mir völlig klar ist, dass die Reduktion der Abgase in der Inntalfurche für die dortigen Bewohner eine Überlebensfrage ist, stelle ich mir die Frage, ob man sich da in Richtung Brüssel nicht um ein wenig mehr Druck kümmern könnte. Muss die Europabrücke nicht längst generalüberholt werden? Fehlt es an Ideen oder am dafür notwendigen Rückgrat? Freilich, uns Tiroler haben die Wiener nicht erst beim seinerzeitigen Beitritt zum ersten und letzten Mal verkauft, aber gewöhnen dran kann und will ich mich nicht. Gleichwohl ich sehr verwundert bin, wie manche auf die Idee kommen, dass aus dem europäischen Parlament etwas Gescheites kommen könnte, wenn wir, so wie übrigens auch die anderen europäischen Länder genauso, im Regelfall unsere dritte Riege von Politikern nach Norden entsorgt haben?

Muss man sich da wirklich wundern, wenn die dortigen Kümmerer für Essen und Trinken erkannt haben, dass der Bräunungsgrad von Pommes per EU-Doktrin geregelt werden muss. Abgesehen davon, dass ich schmerzlich eine Richtlinie vermisse, die den Genuss von mindestens einem Gläschen Rotwein täglich vorsieht, leuchtet mir das ein, denn man bekommt in manchen Restaurants die angeblich aus Belgien stammenden geschnittenen rohen Kartoffeln in den Abstufungen roh bis verkohlt und ungesalzen bis fetttriefend vorgesetzt. Aber sind wir ehrlich, das ist bei einem Wiener Schnitzel nicht anders, Hauptsache ist doch, dass man dafür einen ordentlichen Kassabeleg bekommt.

Gespannt bin ich, wie lange es noch dauert, bis sich endlich ein Europäischer Kümmerer um die Gen-Manipulation der Frauen kümmert, denn es gilt wissenschaftlich als unumstritten, dass sich Kinder leichter an die Pommes gewöhnen, wenn ihre Mütter sie bereits mit eckigen Brustwarzen stillen.

Am Inhalt, eine Seite Ketchup und die andere Majo, arbeitet man angeblich noch.

Heute darf ich mich als unterstützendes Mitglied der inzwischen 160 Jahre alten Schützenkompanie Mayrhofen über jene Kümmerer freuen, die dieses Jubiläum samt dem Bataillonstreffen Oberes Zillertal organisiert haben und es mit einem zünftigen Waldfest ausklingen lassen.

Schönen Sonntag!

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