"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Zeichen und Wunder

Es geschehen Zeichen und Wunder. Es geschehen aber auch Zeichen ohne Wunder oder Wunder ohne Zeichen und manchmal wundert man sich nur über Zeichen. So passiert am Dienstag, als den ganzen Tag im Radio von nichts anderem die Rede war, als dass sich Hunz und Kunz einen Schnurrbart wachsen lassen um damit auf Prostata- und Hodenkrebs aufmerksam zu machen. Für mich ein Wunder, dass noch niemand auf die glorreiche Idee gekommen ist, auf Darmerkrankungen aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen indem er in geschlossenen Räumen wie Liften oder Büros einen „Gschmachigen“ ziehen lässt. Das wäre einmal ein Zeichen, über das sich viele zwar mehr ärgern als wundern würden aber das, und da bin ich absolut sicher, nicht nur im Riecher sondern auch im Gehirn hängen bleiben würde.

Was manchmal im Hirn hängen bleibt haben wir auch letzte Woche gesehen, als das Aushängeschild der Innsbrucker Stadtpolitik, der Inn-Pirat Ofer Opfer einer hinterhältigen und gemeinen Polizeiaktion wurde. Nach wochenlangen Ermittlungen wegen seines wissenschaftlich-medizinischen Parteikiffprogrammes „THC4all“ wurde bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung 2,2 kg Cannabiskraut, ein halbes Kilo Cannabisharz, 13 Gramm Koks und 34.000.- Euro in bar gefunden. Das ist wie ich meine für einen Sozialhilfeempfänger zwar ein deutliches Zeichen aber kein Wunder. Ein Wunder wäre, so mein Freund Sepp am Stammtisch, wenn er sich die psychiatrische Behandlung selber zahlen würde. Insgesamt werte er aber diesen Fall als deutliches Zeichen, wie man sich das Hirn aus dem Schädel kiffen könne.

Was es für ein Zeichen ist, dass unser Herr Bundeskanzler seine Wiederwahl als Bundesparteiobmann mit 84 % auf dem Parteitag im Jahreskreis der untergehenden Roten Sonne als Erfolg verbucht mag uns möglicherweise verborgen bleiben, wundert mich aber nicht wirklich. Wundern tut mich vielmehr, dass gestern beim internationalen Kauf-nix-Tag niemand mitgemacht hat. Zumindest hat sich an den Umsätzen nix geändert und das sicher nicht nur deshalb, weil ich eine Kauf-extra-ein Runde gedreht habe um damit gegen den Idiotismus im Kampf gegen den Konsumismus ein Zeichen zu setzen.

Eher ein Zeichen für Idiotismus als für „Toleranz und Respekt“ ist für mich auch die Werbelinie mit dem Conchita. Sollte man nicht besser ein Zeichen setzen und endlich Frauen und Müttern mehr Toleranz und Respekt entgegen bringen? Hahaha, das wäre nun wirklich ein Wunder!

Im Übrigen bin ich meinem Freund Sepp böse weil ich nächtelang nicht schlafen kann. Wenn sich jemand etwas aus dem Schädel kifft, das er gar nicht hatte, ist das dann eher ein Zeichen oder eher ein Wunder?

Schönen Sonntag!

Selig die Beklopften

Selig die Beklopften, denn ihrer ist das Himmelreich, heißt es in einem allgemein gebräuchlichen Spruch aus der Bibel. Manche ätzen mit weniger biblischem Tiefgang: „Selig die Beklopften, denn sie brauchen keinen Hammer!“ Nun gibt es ja Beklopfte, denen man es zumindest nicht auf den ersten Blick ansieht, die entweder gute Schauspieler sind oder aus einem anderen Land oder Kulturkreis kommen und so ist es durchaus logisch, dass wir die Beklopften in der eigenen Heimat schneller erkennen als etwa einen Frankfurter Vorgarten-Tödel oder einen Südtiroler Tschorg, die wohlgemerkt durchaus auch alle Tassen im Schrank haben können, wenngleich vielleicht nicht in einer Reihe. Aber es gibt Härtefälle, bei einem Finnischen Ääliö zum Beispiel wird unsereiner wohl zwei Mal hinsehen müssen bis er erkennt, dass da wohl ein paar Schrauben locker sind. Aber dann kommt´s, denn nach dem Erkennen der Beklopfung gibt es in unserer ach so toleranten Zeit ein weiteres Problem, man darf es nicht mehr sagen! Bei Politikern ist man da nicht so zimperlich, aber wehe man behauptet, dass die kirgisische rote Kellerassel ein blödes Vieh sei! Oder dass die Forderung der Weltgesundheitsorganisation nach verbindlichen Schwimmkursen für Kinder wohl auch ein paar lockeren Schrauben entsprungen sein muss, bezieht sich doch diese in Europa gestellte Forderung auf Kinder in armen Gebieten Afrikas, weil sie dort besonders oft ertrinken. Ganz ähnliches müssen sich die Chinesen denken, wenn sie in ihren Hauptnachrichten von unserem Versuch erfahren, mit dem konstanten IGL-100er in der Inntalfurche das Weltklima zu retten. Jetzt einmal abgesehen davon, dass man am Tag sowieso nicht mehr schneller fahren kann und dass es nicht eine einzige verbindliche Zusage aus Brüssel gibt, kommt man sich ganz schön beklopft vor, wenn man in der Nacht mutterseelenallein im 7. Gang Standgas zwischen haushohen und sündteuren Lärmschutzwänden im Versuch nicht einzuschlafen nach Hause rast.

Versöhnlich gestimmt haben mich wieder die Felip´schen Aussagen im Radio, dass sie sich nämlich Sorgen um meine Brieftasche macht, denn ein wichtiges Argument für den IGL-100er sei, dass dadurch unser Geldbörserl (welcher Beklopfte hat den diese Bezeichnung aus dem Osten importiert?) geschont werde.

Da habe ich doch zwei kleine Anmerkungen dazu. Erstens glaube ich nicht, dass meine Brieftasche Luftgüterelevant ist, weil ich sie, einem hartnäckigen Gerücht Folge leistend, als Zillertaler äußerst selten aufmache und zum Zweiten gestatte man mir die Frage, ob denn die Grünen in Innsbruck mit ihrer beklopften Parkraumbewirtschaftungsabzocke eine andere Farbe haben als die in der Landesregierung.

 

Die Schergen-Schutze

Es gibt unzählige Marterln in unserem Land, die ähnlich Wegkreuzen als Anstoß zum Gebet unterwegs, als Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren oder Seuchen, zur Erinnerung an besondere Unglücksfälle oder an bedeutende Taten oder Personen erinnern. So gibt es seit kurzem auch die „Schergen-Schutze“ an der Gerlos-Bundesstrasse im Gemeindegebiet von Hainzenberg. Dieser von fünf tapferen Männern des Waldes errichtete Bildstock soll an einen mutigen Bauern aus Gerlosberg erinnern, der im 18. Jahrhundert einen Schergen über die Strasse hinaus in eine steile Rinne „schutzte“. Ob es sich bei diesem Schergen laut Wikipedia um einen Henkersknecht, einen käuflichen Verräter oder um eine Person handelte, die einem Schurken dienstbar ist und dessen Befehle ausführt, ist genau so wenig überliefert wie das Ergebnis dieser Tat, ob er nämlich den Angriff überlebt hat.

Jedenfalls aber soll es sich um einen Handlanger Wien´s gehandelt haben, womit wieder einmal der Beweis erbracht wäre, dass das fleißige Tiroler Bergvolk schon immer geschröpft wurde um der herrschenden Schicht im Osten ihren Lebensstil zu finanzieren.

Jene, die jetzt scharf eingeatmet haben können wieder ausatmen und mögen sich daran erinnern, welche Heldentaten der herrschenden Schicht nach und nach ans Licht kommen und welch honorige Herrschaften inzwischen die Gefängnisse bevölkern. Bleibt die Hoffnung, dass sich das mit einer Frauenquote regeln lässt.

Jedenfalls könnte ich mir aber vorstellen, dass dieser Platz am Ende noch ein Wallfahrtsort für Steuerzahler wird, die einfach so wie dieser Bauer damals die Schnauze voll haben. Denen diese moderne Christenverfolgung nach dem Prinzip, wer nichts arbeitet kriegt Geld, wer etwas arbeitet zahlt, wer viel Arbeitet zahlt viel und wer so viel Kohle hat, dass er es sich leisten kann, zahlt in Österreich überhaupt nichts mehr, auf den Keks geht. Verflixt, jetzt ist mir ein Fehler unterlaufen. Natürlich heißt das politisch korrekt nicht mehr Christenverfolgung sondern Verfolgung aller anerkannten Glaubens- und Religionsgemeinschaften und natürlich meine ich nicht nur Steuerzahler sondern auch Steuerzahlerinnen. Letzteres, sagt meine Frau, sei unglaublich tröstlich für sie und überhaupt freue sie sich, wenn der Kramerwirt wieder seine Pforten öffnet, weil ich ihr an den Sonntagen vormittags unglaublich auf den Wecker gehe.

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