"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Problem eigentlich gelöst

Als ich letzte Woche die Botschaft unseres Herrn Vizekanzlers aus Bratislava vernahm, es gäbe zum Handelspakt CETA eine goldene Brücke, Österreich bräuchte sich nicht mehr zu schämen und das Problem sei eigentlich gelöst, weil man die höchst umstrittenen Schiedsgerichte in diesem Vertrag einfach aus diesem Vertrag herausgenommen und vorläufig auf Eis gelegt habe, war ich leicht irritiert. Was heißt das, das Problem sei „eigentlich“ gelöst? Ist es nun gelöst, oder ist es nicht gelöst?

Zwei und Zwei ergibt nicht „eigentlich“ Vier sondern „ist“ Vier, während Dreiviertel-Vier oder Viertel nach Vier falsch sind. Ist ein Problem „eigentlich“ dann gelöst, wenn man einfach nicht mehr darüber spricht? Kann es uns nach dem ganzen BuPrä-Wahl-Kasperlteater nicht „eigentlich“ völlig Wurst sein, ob wir uns noch für irgendetwas schämen sollten, könnten oder gar müssten? Ist das Problem der Privatisierung unseres Wassers „eigentlich“ damit gelöst, wenn man vertraglich festhält, dass der Staat es auch wieder zurückkaufen kann oder ist das wieder einmal „eigentlich“ nur eine Verarsche, weil selbst dem kleinsten Häuslbauer klar ist, dass das sowieso nicht möglich ist wenn der Finanzminister „eigentlich“ aus dem letzten Loch pfeift? In diesem Zusammenhang ist es für mich „eigentlich“ völlig unverständlich, dass man da wirklich noch in dieser Form über die Mindestsicherung diskutieren muss? Könnte es sein, dass da das „eigentliche“ Problem die völlige Realitätsverweigerung ist?

Wenn die Stadt Innsbruck die Obdachlosen am Abend und am Morgen aus den Lauben der Altstadt hinausspritzt ist das Problem doch „eigentlich“ auch gelöst. Oder doch nicht? Hat man damit nicht „eigentlich“ nur den Obdachlosen zu deren übrigen Problemen einen nassen Schlafplatz auf´s Auge gedrückt? Auf der anderen Seite stimmt es aber „eigentlich“ auch, dass man, will man in der Nacht durch die Lauben lustwandeln, auf den Wind achten muss. Mir als Jäger fällt das nicht schwer, doch einem Ungeübten kann es schon passieren, dass er das eine oder andere Näschen allzu menschlicher Düfte einfängt. Ist es „eigentlich“ lustig oder „eigentlich“ traurig, wenn wieder einmal irgendein EU-Politiker vom Blitz der Erkenntnis gestreift wird und etwas mit Gockelbrust verkündet, was bei uns jedem Hüterbuben völlig klar ist, dass man nämlich eine Grenze auch schützen muss. Sollte man „eigentlich“ nicht langsam mit reden aufhören und wirklich etwas tun?

Sind unsere Probleme in Österreich „eigentlich“ gelöst, wenn ein Glaskugerlbart tragender Wutbürger eine Partei gründet?

Nein, ich glaube weiter fest daran, dass ein wirklich gelöstes Problem nur eine Leiche in einem Salzsäurebecken ist.

Mein bedarf wäre gedeckt

Also mein Bedarf an Blödheiten wäre langsam gedeckt. Gut, gedeckt gewesen wäre der schon seit einiger Zeit, aber man scheut keine Kosten, Mühen und fehlgeleitetes Hirnschmalz um sich ständig Neues auszudenken. Nicht etwa, wie man die schon ziemlich lange ungelösten Probleme in den Griff bekommt, sondern wie man neue Probleme schafft. Ob der ex-Bundespräsident immer noch in den Schulen herumhängt oder der noch-nicht-Präsi bereits in Schulbüchern steht, alles ist Recht, das vom Unvermögen der politischen Kaste ablenkt und uns wählende Deppen in ungläubiges Erstaunen versetzt. Da gipfelt die EU wieder einmal zu Beratungen mit dem Ergebnis, dass wir uns fragen, ob die Deutsche Mutter der Nation und unser new-deal-Kanzler wohl bei der gleichen Veranstaltung waren, denn die eine sieht die europäische Zukunft optimistisch und der andere fragt sich, woran man das hätte erkennen sollen. Vielleicht ist sie in Bratislava und er in Pressburg gewesen? Sie hat der Blitz der Erkenntnis getroffen, denn nun sei es Zeit für Taten, während ihn nur ein Blitz gestreift haben kann, wenn er, sich offensichtlich an alte Rote Traditionen zurückerinnernd, wieder mit Schulden machen anfangen will. Gut, irgendwie muss man ihm das nachsehen, denn er kommt ja schließlich aus der geschützten Werkstätte ÖBB und man muss schon aus einem besonderen Holz geschnitzt sein, wenn man bei Milliarden-Zuschüssen mit stolz geschwellter Brust verkündet, man habe ein paar Milliönchen Gewinn gemacht. Aber da hab ich´s mit Franz Josef Strauß selig: „So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, sind die Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen!“

Aber weil´s noch nicht reicht, ich hab vor dem Kaunertaler-Interview gar nicht gewusst, dass den Hofer nur die FPÖ-ler gewählt haben, während er von allen Lagern gewählt worden sei und dass die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung allgemein auch denkbar sei, aber nur vielleicht, oder am Ende nicht unbedingt, wenn es möglich wäre, dann unter Umständen schon, aber nur wenn es sein muss, und dann nur in besonderen Fällen, die aber hoffentlich nie eintreten, weil es sicher anders kommt und im Übrigen nur, wenn es seine Meinung ist.

Obwohl in der Tracht und mit dem Schießprügel in der Hand hat er mir in seiner Christenpflicht der Volksnähe beim Air-Power schon gefallen, der Herr Agnostiker.

Aber was lernen wir daraus? Der Vorstoß unseres Landeshauptmannes, dass auch Bundeskanzler und die Landeshauptleute direkt wählbar sein sollten, in Ehren, aber wirklich Spaß macht so eine Direktwahl nur, wenn man auch einen wählbaren Kandidaten hat. Ich jedenfalls bin in dieser präsidentenlosen Zeit froh um meine geliebte Frau!

Schönen Sonntag!

verantwortung übernehmen

Nachdem die deutsche Kanzlerin verkündet hat, dass sie nach dem Wahldebakel die Verantwortung übernimmt, bin ich sehr beruhigt. Offen bleibt die Frage, wer in Bezug auf den Wahlerfolg der AfD die Verantwortung dafür übernimmt, dass in Deutschland vor „Österreichischen Verhältnissen“ gewarnt wird, denn dass es so ist, wie es eben derzeit ist, dafür wird man wohl schwerlich die AfD verantwortlich machen können. Aber das ist ja auch bei uns nicht anders. Allerdings frage ich mich welche Konsequenzen es hat, wenn ein Politiker die Verantwortung für irgendwas übernimmt? Wenn der Dieb die Verantwortung für seine Taten übernimmt, landet er im Knast. Wenn ein Bauer im Casino das ganze Geld verspielt hat, dann wird er fraglos die Konsequenzen tragen müssen und seine letzte Kuh oder am Ende gar seinen ganzen Hof los sein. Der kleine Häuslbauer, der sich übernommen hat wird mit Sicherheit von der Bank in die Verantwortung genommen und ist sein Häuschen los. Aber was passiert einem Politiker oder einer Politikerin wirklich? Wenn Willkommenspolitiker mit ihrer Forderung nach offenen Grenzen Zustände schaffen, die man nicht einfach wieder zurückdrehen kann, müssen sie dann Wirtschaftsflüchtlinge bei sich aufnehmen? Wenn die Regentin zu Innsbruck die Stadtfinanzen in den Graben gefahren hat, ist sie dann ihr Häuschen los? Wenn der Innenminister die Verantwortung für den gelösten Wahlkartengummi übernimmt, dann ist das zwar löblich, denn jeder weiß, was es heißt, wenn sich ein Gummi löst, aber was hat ein technischer Defekt mit politischer Verantwortung zu tun? Als neuen Wahltermin würde ich Heilig Abend vorschlagen, denn da herrscht weihnachtlicher Friede, wir bräuchten zu keiner Wahl zu gehen und könnten uns den Bundespräsidenten einfach vom Christkind wünschen. Vielleicht von Playmobil oder von Lego, denn dann käme er nicht so teuer und herzeigen könnte man ihn auch.

Ganz etwas anderes, haben sie gewusst, dass ein Mal pro Woche Sex für ältere Männer gesundheitsschädlich ist? Ganz besonders wenn er sehr befriedigend war? Nein, das ist kein Blödsinn von mir, das hat die Wissenschaft herausgefunden.

„Herr Doktor“, fragte der ältere Mann seinen Hausarzt, „was muss ich tun, dass ich Hundert werde?“ „Nun, wie sehen ihre Lebensumstände aus, trinken sie?“ „Nein, keinen Tropfen!“ „Wie ernähren sie sich, essen sie öfters Fleisch?“ „Nein, ich grase ausschließlich vegan!“ „Rauchen sie?“ „Nein, ich hab noch nie geraucht!“ „Bleibt die Frage nach dem Sex“. „Nein, Herr Doktor, den fleischlichen Gelüsten habe ich völlig entsagt!“ „Jaaaa, mein Lieber, warum wollen sie dann Hundert werden?!?“

Wieviel geben wir eigentlich für Wissenschaft und Forschung aus?

Schönen Sonntag!

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